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Gabriel Fauré

Requiem, La naissance de Vénus, Cantique de Jean Racine, Pavane

City of Birmingham Symphony Chorus, BBC Symphony Orchestra, Yan Pascal Tortelier

Chandos/Codaex CHAN10113
(74 Min., 4/2003) 1 CD

Vor allem Gabriel Faurés Scène mythologique "La Naissance de Vénus" macht die vorliegende CD hörenswert, denn von diesem zumindest partiell brillanten Werk ist derzeit keine andere Aufnahme greifbar. Auf der Basis eines mittelmäßigen Textes von Paul Collin komponierte Fauré einige seiner besten Orchesterpassagen, inspiriert durch die Vorstellung von der Geburt der Venus mitten aus dem Meer heraus. Auf Chor und Solisten würde man in diesem Stück bisweilen ganz gern verzichten, als Sinfonische Dichtung würde es möglicherweise noch größere Wirkung entfalten. Vor allem aber die ebenfalls eingespielte berühmte Pavane op. 50 kommt in der Regel ganz gut ohne den später zur fertigen Orchesterpartitur hinzugefügten Vokalpart aus - man hätte den "City of Birmingham Symphony Chorus" für diese Nummer ohne weiteres pausieren lassen können. Im nachfolgenden "Requiem" erweist dieser Chor sich als durchaus niveauvolles, aber eben nicht ganz hervorragendes Ensemble, und das provoziert angesichts der großen Zahl von Aufnahmen dieses beliebten Stücks nicht eben eine Kaufempfehlung: Rare Ausnahme-Leistungen wie diejenige der Corydon Singers unter Matthew Best (Hyperion) sind nur schwer zu erreichen oder gar zu übertreffen; dabei rangiert die vorliegende Einspielung im oberen Mittelfeld, denn sie setzt sich durch weitgehende Intonationsreinheit und immer wieder sich einstellende atmosphärische Dichte von einer Vielzahl lieblos zusammengeschusterter Produktionen wohltuend ab. Lediglich an besonders empfindlichen Stellen wie etwa den offen liegenden Chortenor-Kantilenen des "Agnus Dei" oder im höchst diffizilen Sopransolo "Pie Jesus" kommen gewisse Schwächen deutlich zum Vorschein.

31.01.2004



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