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Gabriel Fauré, Maurice Ravel, Olivier Messiaen

Impromptus, Gaspard de la nuit, Préludes

Alexander Lonquich

ECM/Universal 472 400-2
(80 Min., 1/2002, 11/2001)

"Pleinte calme" heißt das vorletzte der acht Préludes, die Olivier Messiaen 1928/29 komponierte. Mit 20 Jahren und in einem Alter also, als der musikalische Himmel für ihn noch nicht voller Vogelgezwitscher erklang und er auch in der kompositorischen Vorwärtsbewegung noch ziemlich zurückhaltend war. Aber dieses dreiminütige "Prélude" ist doch schon ganz Messiaen. In den farblichen Zwischentönen, in der poetisch-konzentrierten Ruhe, in dem zärtlichen Flair. Wenngleich da der Einfluss der großen französischen Schule um Debussy nicht wegzuhören ist. Und dessen "Images" im finalen Prélude "Un reflet dans le vent" Pate gestanden zu haben scheinen. Dass Alexander Lonquich bei seinem frankophil eingestellten wie sensationellen Rezital Debussy somit nur indirekt auftreten lässt, ist daher kein allzu großer Verlust. Allein weil dafür schon neben Messiaen fünf selten erlebbare Impromptus von Gabriel Fauré ihre überfällige Wertschätzung erhalten.
Lonquich ist in diesen arabesken, vor Melodieseligkeit duftenden Stücken so in seinem Element, wie er bei Messiaen sämtliche Schattierungen und heiklen Energieströme mit einer natürlich wirkenden Differenzierungskunst umsetzt. Ohne einen Hauch von dekadenter Klangüppigkeit, in die Faurés Seelenschmeichler schnell abgleiten könnten, ist Lonquich Herr über die diesseitige Geschmeidigkeit und Versonnenheit - die eben so gar nichts mit salonhafter Gedankenverlorenheit zu tun hat. Und wie sich Form und Geist dann zu einer dialektischen Einheit verbünden können, in dem die Struktur ihr klangliches Korrelat besitzt, ist in Ravels "Gaspard de la nuit" zu erfahren. Womit sich bravourös der Kreis zu Messiaen und Debussy schließt.

Guido Fischer, 18.12.2004



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