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Wolfgang Amadeus Mozart

Castrato Arias

Valer Sabadus, Recreation – Großes Orchester Graz, Michael Hofstetter

Oehms/Naxos OC 1814
(50 Min., 12/2013)

Nach dem eher lauwarm geratenen Gluck-Debüt beim neuen Exklusiv-Partner Sony im vergangenen Herbst stand Valer Sabadus' ehemaligem Label Oehms, das ihm die Chance zu seinen ersten Recitals geboten hatte, noch eine Veröffentlichung zu. Diese Option löst es jetzt mit einem – sehr kurz geratenen – Programm ein, auf dem einige von Mozarts für Kastraten geschriebene Arien versammelt sind. Und dabei zeigt sich wie auch auf "Le belle immagini" überdeutlich, dass die gestalterischen, interpretativen Möglichkeiten des jungen Rumänen begrenzt sind.
Seine Stimme zeichnet sich durch eine einnehmende Weichheit und Süße aus, die eine gewisse Unschuld, fast schon Naivität evoziert. Diese Grundprägung, die ja gerade seinen Reiz ausmacht, kann er nicht negieren, lässt sich nicht abstreifen. Sie passt zu einigen Charakteren besser als zu anderen, generell aber ist das Ausdrucksspektrum dadurch eingeschränkt. Durch seine virtuosen Fähigkeiten – man denke nur an seine bewundernswert sauberen und ebenmäßigen schnellen Läufe – bringt er eine zusätzliche Farbe ins Spiel. Die lässt er hier aber, wie schon auf der Gluck-CD, weitgehend beiseite, wählt eher ruhigere Arien, die seine Cantabile-Qualitäten in den Vordergrund rücken.
Die beiden Ramiro-Arien aus "La finta giardiniera" bekommt man wohl selten so exquisit gesungen zu hören, Cecilio ("Lucio Silla") liegt ihm nicht so gut in der Stimme, mit dem gar nicht für einen Kastraten komponierten Cherubino hinterlässt er einen sehr guten Eindruck, Idamante gerät ihm nicht so vorteilhaft, Sesto hingegen gelingt sehr gut. Michael Hofstetters langsame Tempi tragen nicht unbedingt zu größerer Expressivität bei, befördern vielmehr eine gewisse Larmoyanz. Vollauf beglückend ist dieser Abschied von Oehms also nicht. Mal sehen, was sich Sony für ihn ausgedacht hat.

Michael Blümke, 07.03.2015



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