home

N° 1291
04. - 10.02.2023

nächste Aktualisierung
am 11.02.2023



Responsive image

Take This

Jacky Terrasson

Impulse/Universal 4712748
(45 Min.)

Man merkt die Absicht, ist verstimmt und muss dem Ergebnis doch einen gewissen Respekt zollen. Der Pianist Jacky Terrasson gibt sich alle Mühe, modern, populär und zeitgenössisch zu klingen. Hierfür hat er neben dem Schlagzeuger Lukmil Perez Herrera und dem Pianisten Adama Diarra noch die Human Beat Box Sly Johnson in sein bläserfreies Quintett aufgenommen. Dieser bringt mit seiner Mund-Percussion, imitierten Schlagzeuggeräuschen und Ansätzen von Melodien einen an HipHop und Lounge Jazz erinnernden Touch in den Gesamtklang – allerdings nur passagenweise und in manchen Nummern auch gar nicht. Andererseits sorgen diese drei für eine aus Latin, Brazil, Afrobeats und HipHop schöpfende Rhythmusvielfalt.
Terrasson, ein exzellenter Pianist, brennt ein formidables Tastenfeuerwerk ab, wobei er stellenweise auch ans Fender Rhodes E-Piano wechselt, die Eröffnungsnummer „Kiff“ mit Flügel und Synthesizer bestreitet und in Luiz Bonfas „Somebody That I Used To Know“ auch einen Synthesizer-Bass einbezieht. Ansonsten bleibt diese Rolle Burniss Earl Travis mit Kontra- und E-Bass vorbehalten. Als Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne verwenden das Quintett mit Bud Powells „Un poco loco“, Paul Desmonds für Dave Brubeck komponiertem Hit „Take Five“ in zwei Versionen sowie Miles Davis‘ „Blue In Green“ Themen von Jazzklassikern, die es durch geschicktes Umformen, teilweise auch durch Auslassungen oder Verkürzungen in den Themen neu interpretiert, teilweise auch ent-klassifiziert und verfremdet: alle Achtung, das ist hohe Jazz-Kunst. Die Bearbeitung des Beatles-Hits „Come Together“ mit einer Gesangseinlage Johnsons und die zweite Version von „Take Five“ zeigen andererseits dessen Grenzen: Für derartige Bearbeitungen mit Body-Percussion hat der Ahnvater der Beat-Box-Virtuosen, Bobby McFerrin, für Johnson unerreichbare Maßstäbe gesetzt. Eigene Kompositionen Terrassons sowie die „Melodie d’amour“ und „Oh Danny Boy“ runden das Themenspektrum der ungewöhnlichen Produktion ab.

Werner Stiefele, 14.03.2015



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Das Calidore String Quartet wurde 2010 an der Colburn School in Los Angeles gegründet und gehört zu den führenden amerikanischen Streichquartetten. Das mittlerweile in New York City ansässige Ensemble wurde mehrfach ausgezeichnet: So gewann es 2012 den dritten Preis beim ARD-Wettbewerb in München, und 2016 erhielt das Quartett den Hauptpreis beim ersten M-Prize-Wettbewerb, der mit 100.000 US-Dollar die weltweit größte Auszeichnung für Kammermusik darstellt. Das Calidore String Quartet […] mehr


Abo

Top