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N° 1273
01. - 07.10.2022

nächste Aktualisierung
am 08.10.2022



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Bass Detector

Jens Fossum

Ozella/Galileo OZ057CD
(44 Min., 2005 - 2013)

Ein virtuos schnurrender Fender Jazz Bass, der nur von einem Perkussionisten begleitet wird: Exakt so fing schon einmal das Debütalbum eines E-Bassisten an. Die Rede ist von Jaco Pastorius' Erstling unter eigenem Namen, der 1976 erschien und seitdem den Tieftönern auf dem Planeten keine Ruhe mehr lässt.
Auch an dem 1972 geborenen Trondheimer Jens Fossum ging die Aufnahme keinesfalls spurlos vorbei. Nicht nur der Anfang seiner ersten Solo-CD ist Jaco nachempfunden, sondern auch die Liebe zur Soulmusik (zu hören in dem an Tower of Power erinnernden „Copycat“) und der Spaß an exotischen Instrumenten. Die spielt Fossum aber im Gegensatz zu Pastorius, dem Steel-Drum-Fan, selbst: Auf „Bass Detector“ kann man den Norweger unter anderem auf der Röhrenspießgeige Er-hu, der Schalenholzlaute Pipa, der Mandoline und dem Cello hören.
Entsprechend weltläufig nimmt sich die über einen Zeitraum von acht Jahren in fantasievoller Heimarbeit entstandene Musik aus. Mit Bläsern, bei denen vor allem Fossums Bruder Havard an Bariton- und Tenorsaxofon hervorsticht, Schlagwerk und pointiert bizarr klingendem Synthesizer macht sich der Bassist in Richtung New Orleans („Torquemada“), Ostafrika („Zanzibar“) und Bill Laswells New York („Ocean Drive“) auf, um zum Schluss beim norwegischen Volkslied anzukommen („Frida's Lullaby“).
Auch wenn er dabei das amerikanische Vorbild wie das Foto eines engen Familienangehörigen mit sich herumträgt, so erweist sich Fossum mit seinen gewitzt montierten Fusion-Assemblagen keineswegs als Jaco-Klon. Mit seinen Leckerbissen für Bassisten und andere Groove-Abhängige reiht sich der Norweger vielmehr spektakulär in die Reihe derer ein, die das Pastorius-Erbe fortführen.

Josef Engels, 21.03.2015



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