Responsive image
Jan Pieterszoon Sweelinck, Dietrich Buxtehude, Heinrich Scheidemann, Heinrich Schütz

Northern Baroque. Sweelinck, Buxtehude & Co

Fabien Moulaert, Zsuzsi Tóth

Coviello/Note 1 COV 91504
(65 Min., 5 & 12/2014)

Es ist eine reizvolle Aufgabe, die großartige Hamburger Jacobi-Orgel mit frühbarocker Musik der norddeutschen Schule zu präsentieren. Fabien Moulaert widmet sich dieser Aufgabe mit Leidenschaft und Differenzierungsvermögen. Ein breites Spektrum berauschend kraftvoller bis berückend zarter Registerkombinationen findet er für die Werke von Sweelinck, Scheidemann und Buxtehude, die sich ihrer Art nach zwischen toccatenhafter Präludierfreude und kreativer Choralbearbeitungskunst bewegen. Den Reichtum an rhetorisch-musikalischen Gesten, der dieses idiomatisch so prägnante vorbachsche Repertoire auszeichnet, bringt Moulaert dabei überzeugend zur Geltung.
Gemeinsam mit der Sopranistin Zsuzsi Tóth fuhr er außerdem eigens nach Hoogstraten, um an der dortigen Katharienkirche u.a. noch zwei geistliche Concerti von Heinrich Schütz für dieses Programm einzuspielen. So gut die Idee ist, eine Gesangsstimme als zusätzliche Farbe auf einer solchen CD einzusetzen, so mäßig überzeugend glückte dies im konkreten Fall. Einerseits sprengen die Schütz-Concerti ein wenig den stilistischen Rahmen des Programms, andererseits – und dieser Einwand wiegt schwerer – kann sich der Autor nicht wirklich für Zsuzsi Tóths Umgang mit dieser Musik begeistern: Trotz nicht allzu exponierter Lage bleibt der Text streckenweise unverständlich, und auch die Gestaltung der in dieser Musik stark sprachgenerierten Melodien scheint manchmal eher ein wenig geschmäcklerisch als tatsächlich von der Textaussage inspiriert zu sein.

Michael Wersin, 30.05.2015



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Zwei geniale Geiger auf einer CD vereint, die die Welt der Klassik und die des Jazz miteinander verbinden, als wäre es das natürlichste der Welt. Einfach toll! Stéphane Grappelli, der französische Geigenvirtuose, weitgehend Autodidakt, aber übersprudelnd vor musikalischen Ideen traf 1973 erstmals auf den acht Jahre jüngeren Yehudi Menuhin, ehemals Wunderkind und damals längst Geigen-Legende. Grappelli hatte mit dem Quintette du Hot Club de France die Clubs aufgemischt, Menuhin die […] mehr »


Top