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Elisabeth Jacquet de la Guerre

Sonaten Nr. 1 - 6 für ein oder zwei Violinen und Basso Continuo

Musica Fiorita, Daniela Dolci

PAN Classics/Note 1 PC 10333
(74 Min., 1 & 11/1999)

„Ein Wunder“ nannte der Pariser „Mercure Galant“ die zehnjährige Cembalistin, Komponistin, Live-Improvisatorin und Sängerin, und Ludwig XIV. höchstpersönlich vertraute ihre künstlerische Förderung seiner kunstsinnigen Mätresse Madame de Montespan an. Auch heute noch gilt die aus einer Musikerfamilie stammende Elisabeth Jacquet de la Guerre (1665 - 1729) als eine der interessantesten Komponistenpersönlichkeiten des barocken Frankreich. Im Vordergrund der Aufmerksamkeit stand lange Zeit ihre Cembalomusik, in deren fantastischen Préludes ihre herausragende improvisatorische Begabung besonders zur Geltung kommt. Eine ihrer Cembalosuiten (es ist die dritte in a-Moll von 1687) ist auch in dieser Einspielung zu hören. Vor allem geht es hier jedoch um die ebenfalls hochstehende und oft originelle Kammermusik, in der sich zum Beispiel mitten in einer Violinsonate auch mal plötzlich die Viola da Gamba vom Bass emanzipiert, um in einen Dialog mit der Geige einzusteigen. Das aus Musikern aus dem Kreis der renommierten Schola Cantorum Basiliensis zusammengesetzte Ensemble Musica Fiorita, zu dem in zwei Sonaten auch die herausragende Barockoboistin Xenia Löffler tritt, interpretiert diese zwischen französischen und italienischen Traditionen vermittelnde Musik stilsicher und belebt. Die besondere Stärke des Ensembles liegt dabei vor allem in der tiefsinnigen und architektonisch glasklaren Gestaltung der gravitätischen Sätze. Lediglich in einigen der leichtfüßigeren Vivace- und Presto-Sätzen ließe sich eine noch elegantere Verbindung des historisch korrekten, kurz abgesetzten Bogenstrichs mit der Idee von italienischer Gesanglichkeit und Eleganz vorstellen.

Carsten Niemann, 22.08.2015



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