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The Bad Plus Joshua Redman

Joshua Redman, The Bad Plus

Nonesuch/Warner 7559795139
(59 Min.)

The Bad Plus ist bekannt für seine originelle und typisch amerikanische Art, genuine Rock-Nummern ins traditionelle Klaviertrio-Format zu integrieren. Für die Anfang der 70er Jahre geborenen Musiker ist es selbstverständlich, die zeitgenössischen Genres zu hören und sie ihrer eigenen musikantisch geprägten, bodenständig jazzbasierten Musik anzuverwandeln. Dabei sind sie ausgeprägte Individualisten: Ethan Iverson ist der mit allen Wassern des modernen und traditionellen Jazz gewaschene und an der abendländischen Klassik geschulte Pianovirtuose, Reid Anderson ist der stoische Begleiter am Kontrabass und Komponist feinsinniger Melodien, und Schlagzeuger Dave King ist ein Meister ausgebuffter Rhythmik und Freund Monk‘scher verwinkelter Motive.
Die hier dokumentierte Begegnung des Trios mit dem Saxofonisten Joshua Redman, der Führungsfigur der traditionsverbundenen Nach-Free-Jazzgeneration, erscheint nahezu zwangsläufig, hat sich der Ex-Young-Lion Redman doch schon lange vom Traditions-Codex freigespielt und mischt ebenfalls lustvoll musikantisch die Genres. Auf diesem Album spielt er ausschließlich das Tenorinstrument und ist als vierter Individualist perfekt in das Ensemble integriert, das so zu einem bestechenden Quartett wird. Das abwechslungsreiche Programm besteht ausschließlich aus Originals; vier Titel stammen von Anderson, zwei jeweils von Iverson und Redman und einer von King. Alle neun Stücke runden sich jeweils zu einer stimmigen Form. Gelöst und von höchstem improvisatorischem Einfallsreichtum sind die Saxofonexkurse, die faszinierend Rollins’sche Ornamentik und Lester Young’sche Geschmeidigkeit mit Coltranesker Intensität verbinden. Iverson besticht mit motivvariierender Kontrapunktik à la Monk zu abstrakter Geläufigkeit im Diskant. Dieses Album ist ein intensives Versprechen für die Zukunft.

Thomas Fitterling, 22.08.2015



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