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Drama

Colin Towns Mask Orchestra

(2014/2015) 2 CDs

Er war Rockmusiker – vor mehr als 30 Jahren. Nachdem er 1976 bis 1983 als Mitglied in den Bands von Ian Gillan dem Hard Rock gefrönt hatte, konzentrierte sich Colin Towns auf das Komponieren für Fernseh- und Filmproduktionen, Theater, Rundfunkbigbands und das eigene, Ende der 1990er gegründete Mask Orchestra. Nun vereint er auf einem Doppelalbum ein Best of seiner Bühnenmusiken, die er 1986 in erster Linie für das Clwyd Theatr Cymru im britischen Mold geschrieben hatte. Die spielte er mit seinem erstklassig besetzten Mask Orchestra bei zwei Terminen 2014 und 2015 in neuen, für die CD-Produktion umgearbeiteten Versionen ein. Da die Klänge ursprünglich auf einzelne Szenen passen mussten, stecken auch die Neufassungen für diese Bigband voll überraschender Wendungen und Brüche. Andererseits verraten sie eine klare musikalische Handschrift, die Rock, Jazz und folkloristische Elemente sowie gelegentlich auch Geräuscheinsprengsel zu einer Klangwelt jenseits der Genres vereinigt.
Dank Towns grandiosem Gespür für Klangkombinationen entstanden plastische Musiken, die oft allein durch die Töne Bilder im Kopf hervorrufen. In dem Klangkosmos finden sich majestätisch anmutendes Blech, Sakrales andeutende Bläserchöre sowie knackiger Brass-Rock, Free-Momente, brillante Soli, kompakte Bläsersätze und vielstimmig aufgefächerte Passagen, in denen Towns Faible für ungewöhnliche Instrumentenkombinationen immer wieder aufs Neue verblüfft. Da er die Nummern allenfalls an dramaturgisch notwendigen Momenten das Comboformat von Rhythmusgruppe plus Solist herunterzoomt, fallen diese über weite Strecken intensiver und abwechslungsreicher als die Werke vieler reiner Jazz-Bigbands aus. Kein Wunder, dass Colin Towns Kompositionen seit Jahrzehnten in allen Bereichen begehrt sind.

Werner Stiefele, 10.10.2015



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