Manuel De Falla, Astor Piazzolla, Hector Villa-Lobos, Erik Satie, Franz Schubert u.a.

Gitarrenstücke

Thibault Cauvin

Sony 88875098912
(110 Min., 4/2015) 2 CDs

 

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Hector Villa-Lobos, Antonio Lauro, John Williams, Leonard Bernstein u.a.

Americano (Gitarrenstücke)

Pablo Villegas

harmonia mundi HMU 907649
(57 Min., 3/2014)

 

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Die belgische Radsportlegende Eddy Merckx wurde während der aktiven Zeit immer als Kannibale bezeichnet, weil er einen unvergleichlichen Siegeshunger besaß und den Kollegen nur den zweiten Platz übrig ließ. Dieser Ehrentitel fällt einem bei der Biografie des französischen Gitarristen Thibault Cauvin sofort wieder ein. Denn der aus Bordeaux stammende Musiker räumte zwischen 2002 und 2004 sage und schreibe 13 1. Preise ab. Wobei es sich dabei keinesfalls um Wald- und Wiesen-Austragungen handelte, sondern u.a. um die nach den Legenden Andrés Segovia und Alexandre Lagoya benannten Wettbewerbe. Mittlerweile spielt Cauvin in aller Welt und soll bisher 1.000 Konzerte in 120 Ländern gegeben haben. Noch so ein Superlativ für einen, der sein Leben der klassischen Gitarre widmet. Und dass er seinen Sechssaiter in allen Stimmungslagen beherrscht und ihm nahezu alle klangfarblichen Schattierungen entlocken kann, zeigt er jetzt auf seiner aktuellen Solo-CD, der noch eine Bonus-CD mit Ausschnitten aus bisherigen Alben beiliegt. Das eingespielte Repertoire ist wohlbekannt. So wechselt sich ein „Spanischer Tanz“ Manuel de Fallas mit Bach, Satie, Tarrega sowie Schuberts „Ständchen“ ab. Hier wie auch bei der Bonus-CD, auf der neben Scarlatti und Albéniz auch Bossa Nova und Jazziges zu hören ist, lässt sich Thibault Cauvin jedoch kaum auf pyrotechnische Aha-Effekte und Glanztaten ein. Seine Stärke liegt vielmehr in einer äußerst besonnenen, einnehmend delikaten und feinen, manchmal leicht versonnen wirkenden Klang- und Spielkultur, die lange in einem nachhallt.
Völlig andere Hitzegrade schlägt dagegen Pablo Villegas bei seinem Recital „Americano“ an. Schließlich stammt er ja aus Spanien. Und wie der Albumtitel verrät, hat Villegas sich vorrangig auf die lateinamerikanische Musik fokussiert. Auf Venezuela (Pedro Elías Gutiérrez), Paraguay (Augustin Barrios) und Mexiko (Agustín Lara). Komplettiert wird das Programm von Latino-Hits aus Bernsteins „West Side Story“, einer Weltersteinspielung eines Stücks von John Williams sowie vom Brasilianer Villa-Lobos. Bei so einem Gitarrenpanorama, bei dem sogar kokett ein Tango um die Ecke kommt, kann Villegas auch vom Ausdruck her alle Register ziehen – angefangen von verträumter Melancholie über unbeschwertes Entertainment bis hin zu aufreizender Delikatesse.

Guido Fischer, 14.11.2015




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