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Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Robert Schumann u.a.

Adolf Busch & Busch Quartet: The Complete Warner Recordings

Adolf Busch, Busch Quartet, Rudolf Serkin, Busch Chamber Players u.a.

Warner 2564601931
(1055 Min., 1928 - 1949) 16 CDs

Der aus dem westfälischen Siegen stammende Geiger Adolf Busch (1891 - 1952) zählte wie sein Bruder, der große Dirigent Fritz Busch, zu den bedeutenden Musikerpersönlichkeiten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Und ihm ist auch die Gründung des Lucerne Festivals zu verdanken, bei dem er unter Leitung von Toscanini als Konzertmeister des Festival-Orchesters sowie als Solist auftrat. Im Gegensatz zu den großen Virtuosen seiner Zeit zeichnete das Violinspiel Adolfs, der bei zwei Schülern von Joseph Joachim studiert hatte, durchweg eine ganz und gar uneitle Haltung aus, die oftmals etwas unerbittlich Ernsthaftes besaß. Das spiegeln gerade die Aufnahmen aus den 1930er und 1940er Jahren wider, die größtenteils in England entstanden sind. Vorrangig lernt man hier den einflussreichen Kammermusiker und Ensemblegründer Busch kennen, der sich mit dem um eine Generation jüngeren Pianisten Rudolf Serkin für die damals erstaunlich wenig beachteten Duo-Sonaten etwa von Mozart, Schumann, Brahms und Reger stark machte. Und allein der Variationssatz aus Mozarts Violinsonate KV 377 ist an erzählerischer Eindringlichkeit wohl kaum zu überbieten. Überhaupt stehen sämtliche Aufnahmen, die Busch für die damalige Electrola, „His Master´s Voice“ sowie – im amerikanischen Exil – für die Columbia machte, für einen faszinierend spannungsvollen und lebendigen Umgang mit Schwergewichten des Repertoires. Mit seinen 1935 gegründeten Busch Chamber Players pflegte Adolf in den „Brandenburgischen Konzerten“ und Orchestersuiten ein romantisches, wenngleich wohldosiert entschlacktes, ungemein packendes und zeitlos eindringliches Bach-Bild (im Ensemble saß übrigens mit August Wenzinger einer der Pioniere der historischen Aufführungspraxis). Das Busch Quartet, bei dem ab 1930 Bruder Hermann den Cello-Part einnahm, machte aus den späten Beethoven-Streichquartetten extrem moderne Monumente. Und bei Schuberts „Der Tod und das Mädchen“ bot dieses Ausnahmekollektiv einen existenziellen Ton und Ausdruck, der einem viele Jahrzehnte später noch gnadenlos durch Mark und Bein geht.

Guido Fischer, 05.12.2015



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