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D-Stringz

Stanley Clarke, Biréli Lagrène, Jean-Luc Ponty

Impulse/Universal 4738429
(52 Min., 8/2014)

Berühmt wurden sie alle in einem elektrisch verstärkten Umfeld: Stanley Clarke als Slapbass-Virtuose mit dem Hitalbum „School Days“, Jean-Luc Ponty als einer der ersten, der eine Geige an ein Wah-Wah-Pedal anschloss, und Biréli Lagrène, der seine internationale Gitarristen-Karriere an der Seite von Fretless-Bass-Magier Jaco Pastorius begann.
Auf ihrem ersten gemeinsamen Album lassen die drei Herren die Verstärker jedoch ausgeschaltet: Bei „D-Stringz“, das seine Entstehung einem gemeinsamen Auftritt anlässlich der Feierlichkeiten zu Pontys 50. Bühnenjubiläum verdankt, wurden nur akustische Instrumente im Studio geduldet.
Entsprechend pur ist das Ergebnis. Mit hörbarer Lust am Spiel bewegt sich das Trio hüftschunkelnd durch ein Programm, in dem Gypsy-Swing zwar eine wichtige, aber nicht die Hauptrolle spielt. Ponty lässt seine Geige mitunter biestig-verschlagen im Rock-Idiom gniedeln („To and Fro“) oder weckt augenzwinkernd Erinnerungen an Südstaatengefiedel (im Album-Rausschmeißer, Joe Zawinuls „Mercy, Mercy, Mercy“).
Wenn er nicht gerade wie in Coltranes „Blue Train“ Bläsersätze emuliert, ersetzt Lagrène mit funky geschrummter akustischer Gitarre ein ganzes Schlagzeugset. Clarke schließlich sorgt mit seinen markanten Kontrabass-Grooves und seinen Soli für die Komplettierung des ausgewogen gleichschenkligen musikantischen Dreiecks.
Fazit: Ein ungezwungen-unschuldiger Jam-Spaß, an dem auch Freunde von elektrisch verstärktem Instrumentarium ihre Freude haben dürften.

Josef Engels, 23.01.2016



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