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N° 1223
16. - 22.10.2021

nächste Aktualisierung
am 23.10.2021



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Ludwig van Beethoven

Tripelkonzert op. 56, Ouvertüre aus „Die Geschöpfe des Prometheus“ op. 43, „Egmont“-Ouvertüre op. 84, „Coriolan“-Ouvertüre op. 62

Giuliano Carmignola, Sol Gabetta, Dejan Lazić, Kammerorchester Basel, Giovanni Antonini

Sony 88883763622
(55 Min., 6/2013)

Eigentlich gilt Ludwig van Beethoven ja als Meister der musikalischen Ökonomie, aber sein Tripelkonzert für Violine, Cello und Klavier ist pure Verschwendung: Zum einen wirken die motivisch-thematischen Bande, die dem Konzert Zusammenhang verleihen, etwas lockerer gewirkt als gewöhnlich, und nicht zuletzt treibt die Anzahl an Virtuosen, die für die Aufführung des Werks benötigt wird, Konzertveranstaltern regelmäßig den Angstschweiß auf die Stirn. Dass der Aufwand sich dennoch lohnt, stellen Giovanni Antonini, Giuliano Carmignola, Sol Gabetta und Dejan Lazić mit ihrer Neueinspielung eindrucksvoll unter Beweis. Sie liefern eine frische, feurige, klare, von der historischen Aufführungspraxis inspirierte Lesart, welche die Diskografie des Werks um eine wichtige Facette bereichert. Dass dieses Stück bei allem Unterhaltungswert in der Zeit der Revolutionskriege entstand, daran lässt Giovanni Antonini keinen Zweifel – fast meint man, bei seinen zackigen Tuttischlägen und markanten Sforzati (mit denen auch die beigegebenen Ouvertüren zu Prometheus, Coriolan und Egmont reich bestückt sind) dicken Pulverdampf aufsteigen zu sehen. Eine führende Rolle unter den Solisten nimmt sowohl in der Komposition wie auch in dieser Einspielung das Cello ein – jedenfalls ist Sol Gabettas schlanker, aber energetischer Ton stets eine Spur farbiger und ausstrahlungsreicher als Carmignolas Geigenspiel und sind ihre Läufe immer noch etwas differenzierter belebt als jene von Dejan Lazić. Vor anderen feurigen Einspielungen des Werks zeichnet sich diese Aufnahme durch die Achtsamkeit aus, mit der die Interpreten die leisen, geisterhaften Momente in den Spielfluss integrieren sowie die Konsequenz, mit der sie im Finale den volkstümlichen „à la polacca“-Rhythmus markant hervortreten lassen.

Carsten Niemann, 13.02.2016



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