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Carl Philipp Emanuel Bach

Sonaten für Flöte und Basso Continuo

Katalin Horvath, Eva Maria Pollerus, Thomas Platzgummer

TYXart/Note 1 TXA 15056
(72 Min., 12/2013)

Eigentlich hätten sie sich gut verstehen müssen, Friedrich der Große und sein Kammercembalist Carl Philipp Emanuel Bach – spielten sie doch beide die beliebtesten Modeinstrumente ihrer Zeit: Friedrich die zu feinen dynamischen Schattierungen fähige Traversflöte und Bach das ebenso nuancenreiche wie flüsternd leise Clavichord. Und auch wenn es persönlich dennoch nicht so funkte zwischen dem herrischen Amateur und dem zur Begleitung verdammten Genie, so hat Bach doch fleißig für die Kombination Traversflöte/Tasteninstrument komponiert und sogar bei seinem Wechsel in das bürgerliche Hamburg nicht von dieser Besetzung lassen mögen. Lange Zeit wurden Bachs Werke für Traversflöte und Continuo fast ausschließlich mit Cembalo und Cello oder gar dem modernen Konzertflügel aufgenommen. Der Seele der Stücke kommt man jedoch näher, wenn man sie mit zarter besaiteten Instrumenten spielt. Dazu zählt neben dem Clavichord auch das Tafelklavier, das klanglich und dynamisch schon ein bisschen mehr Gewicht auf die Waage bringt, aber doch neben der rechteckigen Form auch die zart perkussiven Bässe und die noch ein wenig an Lauteninstrumente erinnernden Höhen mit dem Clavichord teilt. Alle einstigen Besetzungsmöglichkeiten im Vergleich hören zu können, macht einen ganz wesentlichen Reiz dieser Einspielung aus, für die Katalin Horvath wegen der Klangbalance auch noch drei unterschiedliche Nachbauten historischer Traversflöten verwendet. Nicht ganz so feinsinnig wirken dagegen ihre Interpretationen: Ihr Spiel ist zwar flink, klar und abwechslungsreich in den Verzierungen sowie schön gesanglich im Adagio, doch in den schnellen Sätzen fehlt es den Seufzerfiguren bisweilen an Tiefe und ihrer Artikulation an Flexibilität. Doch trotz dieser Einschränkungen: Dem Alten Fritz hätte Carl Philipp Emanuel diese Partnerin mit Sicherheit vorgezogen.

Carsten Niemann, 05.03.2016



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