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Bliss

Eric Schaefer, The Shredz

ACT/Edel 1098182ACT
(43 Min., 12/2014)

Wie klingt bliss, also Glückseligkeit? Eric Schaefer hat da offenbar eine ganz eigene Vorstellung. Zu dem Schluss muss man kommen, wenn man „Bliss“, das End- und Titelstück der neuen CD des Berliner Schlagzeugers und seines Quartetts, hört. Ein digitaler Kindergeisterchor ist da zu vernehmen, gefolgt von einer rumpelnd-rauschenden Wildwasserbahnfahrt in die Unterwelt und fiesem Knurpseln und Frequenzrülpsern.
Es ist das perfekte Ende für eine düstere, stellenweise tanzbare, jederzeit mit seltsamen Rhythmusmodifikationen und Soundverfremdungen irritierende Aufnahme, für die man das Etikett „Berghain-Jazz“ erfinden müsste.
Schaefer, der als Michael Wollnys Schlagzeuger normalerweise denkbar andere Musik macht, Trompeter John-Dennis Renken, Keyboarder Volker Meitz und E-Bassist John Eckhardt vermischen in ihren jamartigen Stücken die elektronische Klangkunst der Jahrtausendwende mit den Dub-Experimenten eines Bill Laswell aus den 90ern und rühren das Ganze mit einer ordentlichen Prise 70ies-Fusion-Miles an.
Renkens Trompete fliegt kieksend und keckernd über die bizarren Abgründe hinweg, die der Reggae-Offbeat des Basses in die Texturen reißt. Zuweilen taucht eine Deep-Purple-Schweineorgel auf. Oder eine gesampelte Streichersektion, die in den digitalen Schredder geworfen wird. Zusammen klingt das so, als habe man Nils Petter Molvaer kleine bunte Pillen verabreicht.
Hörbar am meisten Spaß hat der Bandleader, der sich im Hintergrund glückselig austoben kann – und beweist, dass er einer von Deutschlands originellsten Schlagzeugern ist.

Josef Engels, 14.05.2016



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