Responsive image

35

Andreas Dombert

Yellowbird/Soulfood ENJA9742
(50 Min., 8/2015)

Der Gitarrist Andreas Dombert hat ein Faible für wunderschöne Melodien. Die webt er so raffiniert in sein Akkordspiel, dass das Hin und Her zwischen Einzeltönen und Mehrklängen kaum auffällt, wobei er zudem die dunklen, tiefen Bereiche im Fluss der Töne nahezu ebenbürtig neben die höheren stellt. Neben ihm verwandelt auch der Kontrabassist Henning Sieverts seine Grundlagenarbeit in kleine melodiöse Einheiten, und der Schlagzeuger Jochen Rueckert kontrastiert und unterstreicht durch impulsive und dezente Schläge das ohnehin schon vielschichtige Geschehen. Wenn sich dann zwischendurch das Geschehen in massive Akkordpassagen ballt, schimmert selbst durch diese die Erinnerung an die zuvor gehörten Melodien. Sieben zwischen vier und sieben Minuten lange Stücke umfasst die Disc. Dazwischen finden sich acht kurze, „Shade“ genannte Improvisationen, wobei „Shade A“ und „Shade B“ Soli von Schlagzeug und Kontrabass vorbehalten sind. In der Dramaturgie der Platte schaffen diese lichten, spontanen und unaufdringlichen Zwischenspiele einen angenehmen Freiraum, durch den weniger auffällt, wie streng die nachfolgenden Kompositionen eigentlich aufgebaut sind.

Werner Stiefele, 28.05.2016



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Ahnengalerie: Im Wien der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat man es schon schwer als Komponist. Mozart, Beethoven, Schubert – übermächtig liegt auf allen Gattungen der Glanz der Heroen, die den klassischen Kanon geschaffen hatten. Was kann man dem noch hinzufügen? Johannes Brahms, dem man oft melancholisches Zaudern unterstellte, setzte sich in Wirklichkeit besonders lange und eingehend mit diesen Vorbildern auseinander, bevor er seinen Beitrag stimmig empfand. So ist sein Werk […] mehr »


Top