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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

nächste Aktualisierung
am 02.07.2022



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Claudio Monteverdi, Mario Uccellini, Biagio Marini, Tarquinio Merula

Monteverdi („Zefiro torna“, Lamento della ninfa, „Disprezzata regina“, Combattimento di Tancredi e Clorinda u.a.)

Magdalena Kožená, Anna Prohaska, La Cetra Barockorchester Basel, Andrea Marcon

Archiv/Universal 4794595
(77 Min., 11/2014)

So bedeutend Claudio Monteverdi als Musikdramatiker war – eingängige Soloarien, die man ohne weiteres zu einem populären Album zusammenstellen könnte, hat er nur wenige geschrieben. Man muss sich also etwas einfallen lassen, wenn man sich mit einem auch für nicht ausschließlich am Barockrepertoire interessierte Hörer geeigneten Monteverdi-Album präsentieren will. Und genau das hat Magdalena Kožená getan: Sorgsam verbindet das Album die großen deklamatorischen Soloszenen der Ottavia aus „L'incoronazione di Poppea“ sowie das dramatische Madrigal „Il Combattimento die Tancredi e Clorinda“ mit Duetten und Madrigalen, in denen Kožená Prima inter Pares ist. Wunderbar verbindet sich ihre Stimme im vor Frühlingsübermut sprudelnden „Zefiro torna“ mit dem Sopran von Anna Prohaska, und effektvoll klagt sie über dunklen Männerstimmen im Lamento della ninfa aus dem achten Madrigalbuch. Nirgends wirkt ihr heller, dramatischer Mezzo zu dominierend oder zu zurückhaltend, doch immer ist ihre Deklamation von höchster Intensität: Bezieht sie in den Gesängen der verratenen Octavia dabei auch Seufzen, Stöhnen und gar ein Glissando in ihren dabei dennoch nie vulgären Ausdruck mit ein, kann sie ihre Stimme als klagende Nymphe bis hin zum jungfräulich feinen, fast vibratolosen Piano zurücknehmen. Ein Meisterstück der Deklamation ist die Schilderung des Kampfes zwischen dem Kreuzritter Tancredi und der als Mann verkleideten Sarazenin Clorinda, wobei es von zusätzlichem Reiz ist, dieses üblicherweise von Tenören gesungene Stück mit einer Frauenstimme zu hören. Eingestreute Instrumentalstücke und nicht zuletzt eine farbige Continuo-Besetzung, zu der bisweilen auch ein frei improvisierender Zink tritt, runden dieses durchweg packende Album ab.

Carsten Niemann, 28.05.2016



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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin. Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


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