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N° 1253
14. - 20.05.2022

nächste Aktualisierung
am 21.05.2022



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Arclight

Julian Lage

Mack Avenue/in-akustik 0321107
(37 Min.)

Jetzt, da er auf die Dreißig zugeht, hat der Amerikaner Julian Lage, einst ein gefeiertes Wunderkind auf der akustischen Gitarre, sein Coming-Out als Jazzgitarrist auf dem elektrischen Instrument. Dabei macht er keine halben Sachen, spielt nicht eine der Jazzgitarren mit einem Rest von Resonanzkörper, sondern die Solid-Body-Gitarre schlechthin, eine Telecaster; und er macht das lustvoll mit dem typisch erdigen, leicht näselnden Sound, der immer auch etwas an Blue Grass und Country erinnert. Dabei ist Lage ein Meister der Klarheit und vermeidet fast all die wohlfeilen Effekte, die es für sein Set-up gibt. Für dieses bewusste Bekenntnis zum Jazz hat er mit dem Kontrabassisten Scott Colley und dem Schlagzeuger Kenny Wollesen ein Rhythmusteam verpflichtet, das für dieses Programm nicht passender sein könnte. Vier Songs stammen aus den Zwanziger- bzw. Dreißigerjahren, in einer Zeit, in der es nach Lage noch ausdrucksstarke Melodien gegeben habe und sich Country Music, Jazz und Swing noch in dieser seltsamen Wild-West-Phase befunden hätten. Lustvoll zelebriert das Trio diese Trouvaillen und unterzieht sie doch einer punktgenauen aktuellen Anverwandlung; kein Track ist länger als vier Minuten; das gilt auch für Lages sieben Originals. Die beziehen sich explizit auf des Leaders Lieblingsperiode im modernen Jazz, die Zeit des amerikanischen Keith Jarrett Quartet und der frühen Gary Burton Quartette. Höchst abwechslungsreich gestalten die drei das sensibel angeordnete Programm der elf Songs. Immer neue spannende Varianten finden sie dabei für den klassischen Viererrhythmus. Mitunter darf Schlagzeuger Wollesen diskrete Vibrafonsounds im Overdub-Verfahren beisteuern – was auf dem Cover kaum deutlich wird. Doch Beckmesserei ist angesichts dieser stimmigen Produktion verfehlt, vielmehr sei sie als besonderer Einstand gefeiert.

Thomas Fitterling, 18.06.2016



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