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Johann Caspar Kerll, Johann Joseph Fux

Requiems

Vox Luminis, Lionel Meunier

Ricercar/Note 1 RIC 368
(65 Min., 10 & 11/2015)

Stets gelingt es Lionel Meunier, seine Sängerensembles so zusammenzustellen, dass die Stimmen einerseits sehr gut zueinander passen und einen ausgewogenen Gesamtklang bilden, dass die ausgewählten Kräfte andererseits aber auch solistisch einen sehr guten Eindruck machen. Nicht anders verhält es sich mit den von ihm rekrutierten Instrumentalisten: Man könnte sagen, dass der ungeheuer ausgewogene, schlanke und schlichtweg ausgesprochen schöne Ensemble-Sound ein Markenzeichen von Vox Luminis und Meunier (der sich als Basssänger selbst beteiligt) ist.
Den beiden Requiem-Vertonungen aus dem Wien des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts, die Jérôme Lejeune – Beihefttextautor, Produzent und Labelchef in Personalunion – auf interessante Weise mit Mozarts Totenmesse zu verknüpfen versteht, tut ein so brillantes Ensemble sehr, sehr gut: Mit bemerkenswerter Ruhe kann man mit solchen Musikern durch die Abfolgen von größer und kleiner besetzten Sätzen hindurchschreiten, kann jeden Winkel dieser unglaublich schönen Musik ausleuchten und jenen Schleier von bewegender, ja manchmal gar herzzerreißender Melancholie, der die Totenmessen einhüllt, dabei unbehelligt von interpretatorischen Störungen bis zur Neige auskosten. Eine Sternstunde für die Musik, ein Fest für die Hörer.

Michael Wersin, 23.07.2016



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