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N° 1290
28.01. - 03.02.2023

nächste Aktualisierung
am 04.02.2023



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Classic Live At Newport

Joe Lovano Quartet

Blue Note/Universal 4795038
(58 Min., 8/2005)

Joe Lovano stand am 14. August 2005 beim Jazzfestival im amerikanischen Newport mit einem wahrhaft klassischen Quartett auf der Bühne. Die Besetzung: Hank Jones, damals 87 Jahre alt, am Flügel, George Mraz, damals 60, am Kontrabass, Lewis Nash, damals 47, am Schlagzeug und er selbst, damals 52, am Tenorsaxofon. Er zählt zu den großen Meistern des Instruments, in einer Reihe mit Johnny Hodges, Charlie Parker, Coleman Hawkins, John Coltrane, Ornette Coleman, Wayne Shorter und anderen Giganten – gleichgültig, ob er in den wechselnden Bands vordergründig eher der Moderne oder der Tradition zuneigt. Der Newport-Auftritt von 2005 knüpft an die Tradition der 1950er und 1960er an: Die prächtig swingende Rhythmusgruppe grundiert die Soli des Saxofonisten, und wenn der sich zurückzieht, tritt einer der drei Begleiter mit einem Solo in den Vordergrund. Dabei bleiben große Freiräume für Improvisationen – selbstverständlich im Rahmen der vorgegebenen Harmonien. Wie Lovano seine Soli aufbaut, wie er die Klangfarben und Intensität wechselt, wie er Kürzel und lange Linien formt, wie er Erwartungen erfüllt oder gängige Formeln umkippt, ist alles andere als konservativ: Hier öffnet sich ein gedanklicher Kosmos, der aus der Tradition schöpft und doch zu einer eigenen Tonsprache führt. Ein Hauch von Brasilien in „Don’t Ever Leave Me“, zwei Bluesnummern und drei Titel in rascheren Tempi bildeten 2005 einen abwechslungsreichen, auf die festivaltypische Auftrittszeit von einer Stunde konzentrierten Set. Was live das Publikum begeisterte, fasziniert auch bei der Wiedergabe über Boxen: Das Classic-Quartet spielte eine reife, altmeisterliche, von allem oberflächlichen Spektakel freie Session.

Werner Stiefele, 30.07.2016



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