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Sergei Prokofjew

Violinkonzerte Nr. 1 & 2, Sonate für Violine solo

Vadim Gluzman, Estnisches Nationales Sinfonieorchester, Neeme Järvi

BIS/Klassik-Center BISSACD-2142
(60 Min., 5/2014 & 7/2015) SACD

An gelungenen Aufnahmen der beiden Violinkonzerte von Sergei Prokofjew mangelt es nun wahrlich nicht. Schon ein Übergroßmeister wie Jascha Heifetz hat da Maßstäbe gesetzt, wie die gerade erst in einer großen Box wiederveröffentlichten Aufnahme des 2. Konzerts aus dem Jahr 1959 belegt. Nun legt der aus der Ukraine stammende Vadim Gluzman die Werke in Kombination mit der 1947 komponierten D-Dur-Sonate für Violine solo vor. Und noch mit Heifetz im Ohr, darf man durchaus zu Superlativen greifen, um Gluzmans Auseinandersetzung mit diesen gerade vom Ausdruck her nicht unproblematischen Stücken zu würdigen. Mit klarstem Kopf, aber eben auch mit dem nötigen Gespür fürs Lyrische und die verlockenden espressivo-Klippen geht Gluzman die Konzerte an. Und ohne einen Anflug von schauerlich-romantisierender Gefühlsduselei, wie sie einem gerade beim 1. Violinkonzert begegnet, bietet der Solist mit seinem nuanciert leuchtenden und körperreichen Ton sowie mit dem von Neemi Järvi exzellent eingestellten Estnischen Nationalen Sinfonieorchester Spannung, Dramatik und – wie im Andante assai des 2. Konzerts – Rhapsodisches in Vollendung. Sprunggewaltig kann sich Gluzman danach in der Solo-Sonate des Russen leicht austoben – und verdeutlicht dabei doch grandios den Unterschied zwischen leerlaufendem Zirkusakt und mitreißender Fulminanz.

Guido Fischer, 13.08.2016



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