Responsive image

How Long Is Now?

Iiro Rantala, Lars Danielsson, Peter Erskine

ACT/Edel 1098232ACT
(58 Min., 6/2015)

Bach bleibt Bach. Auch wenn der Pianist Iiro Rantala das „Kyrie“ aus Johann Sebastian Bachs „h-Moll-Messe“ von aller barocken Pracht befreit und nur das Hauptthema spielt. Dabei begleiten ihn Lars Danielsson und Peter Erskine zurückhaltend mit Kontrabass und Schlagzeug: eine leise Verneigung vor dem Übervater der europäischen Kunstmusik. Diese Freude an schönen, tragenden Melodien prägt das gesamte Album. Sieben der dreizehn Stücke hat Rantala komponiert, zwei stammen von Danielsson und eines von Erskine. Hinzu kommen eine gefühlsdurchdrungene Version von Jimi Hendrix‘ Klassiker „Little Wing“ und – als Eröffnung des Albums –eine Happy-Jazz-Version von Kenny Barrons „Voyage“. Mal marschieren sie dabei fröhlich los, mal tänzeln sie, mal integrieren sie eine Portion Soul, mal nähern sie sich dem Easy Listening oder sie zelebrieren Balladenseligkeit: Das Programm steckt voller Abwechslung. Den Stücken gemeinsam ist, dass Bass und Schlagzeug nicht hinter dem Flügel zurücktreten, sondern sich vehement einmischen. Diese gleichberechtigte Atmosphäre unterstützen die exzellente Aufnahmetechnik und Abmischung in den Ludwigsburger Bauer Studios. Da zischen die Becken nach, da schnarren – wo erforderlich – die Basssaiten, da knallen die Sticks auf Trommelfelle und Trommelränder, da sind Dynamik und Volumen von Flügel, Bass und Schlagzeug bestens aufeinander abgestimmt. Diese technische Perfektion vergrößert das Vergnügen an der heiteren, abwechslungsreichen Musik.

Werner Stiefele, 03.09.2016



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Ahnengalerie: Im Wien der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat man es schon schwer als Komponist. Mozart, Beethoven, Schubert – übermächtig liegt auf allen Gattungen der Glanz der Heroen, die den klassischen Kanon geschaffen hatten. Was kann man dem noch hinzufügen? Johannes Brahms, dem man oft melancholisches Zaudern unterstellte, setzte sich in Wirklichkeit besonders lange und eingehend mit diesen Vorbildern auseinander, bevor er seinen Beitrag stimmig empfand. So ist sein Werk […] mehr »


Top