home

N° 1290
28.01. - 03.02.2023

nächste Aktualisierung
am 04.02.2023



Responsive image

Butterflies Fly In Pairs

A Bu

Sennheiser/harmonia mundi SEM002
(72 Min., 4/2015)

Mit vier Jahren angefangen, Klavier zu spielen. Mit neun Student am Musikkonservatorium. Mit 13 ein Duett mit Chick Corea. Das ist der Stoff, aus dem Wunderkind-Legenden gemacht sind. Was aber auch gewisse Befürchtungen weckt, wenn man die erste CD mit vorwiegend eigenem Material aus der Feder des Talents in den Händen hält.
Doch der chinesische Pianist A Bu, der zum Zeitpunkt der Aufnahme von „Butterflies Fly In Pairs“ gerade mal 15 Jahre alt war, geht erstaunlich reif und zurückhaltend zu Werke. Unterstützt von Bassist Tom Kennedy und Schlagzeuger Ryan J. Lee sowie punktuell verstärkt mit dem Saxofonisten Antonio Hart und der Sängerin Cecilia Stalin verzichtet der in New York an der Juilliard School studierende A Bu auf die jugendliche Zurschaustellung von explosiver Virtuosität, sondern stellt sich lieber handwerklich perfekt in den Dienst seiner Stücke.
Auch die brüllen nicht selbstbewusst irgendetwas vermeintlich Neues heraus. Vielmehr erweisen sie sich als Verbeugungen vor den Vorbildern des jungen Pianisten, die hier und da mit ganz dezenten melodischen Chinoiserien versehen sind. Man hört sehnigen Latinjazz im Stile von Michel Camilo oder Chick Corea (dessen charakteristische Pitchbendings auf dem Rhodes A Bu besonders gut verinnerlicht hat), treibenden Modern Jazz mit viel Oscar-Peterson-Swing in den Tasten sowie eher unerwartete Ausflüge in die Funk-Regionen des James Brown („Let Me Catch You“) und in die Welt von Bossa und Musette („Forever Suite II“, in der A Bu Melodica spielt).
Bemerkenswerter als A Bus solides kompositorisches Geschick ist freilich die interaktive Spielfreude, zu der der Youngster seine erfahrenen Partner anstachelt. Da wird dann auf die musikalisch ehrlichste Art deutlich, dass der junge Chinese über kurz oder lang selbstverständlicher Teil der großen amerikanischen Jazzfamilie werden dürfte.

Josef Engels, 24.09.2016



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Auf Anregung seines Lehrers Carl Friedrich Zelter schrieb der blutjunge Felix Mendelssohn Bartholdy im Alter von 12 bis 14 Jahren zwölf Streichersinfonien im Zeitraum von 1821 bis 1823. Diese Werke bildeten sein Übungs- und Experimentierterrain für den musikalischen Satz, die Instrumentation und die sinfonische Form. Mendelssohn überschrieb die Stücke, die er mal mit drei und mal mit vier Sätzen gestaltete, wechselweise mit „Sinfonia“ oder „Sonata“. In ihnen fand die […] mehr


Abo

Top