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Carl Philipp Emanuel Bach

Der Frühling (Vokal- und Instrumentalwerke)

Rupert Charlesworth, Café Zimmermann

Alpha/Note 1 ALP257
(64 Min., 4/2016)

Es müssen tatsächlich nicht immer die sinfonischen und pianistischen Evergreens vom Bach-Sohn Carl Philipp Emanuel sein, mit denen er sein einzigartiges Gespür für Empfindsamkeit und Sturm-und-Drang-Furor unter Beweis gestellt hat. Durchaus lohnt ein Schlendern entlang der Repertoire-Ränder, um sich an seiner Musik einfach zu delektieren. Einen schönen Strauß weniger bekannter Vokal- und Kammermusikwerke hat das Alte Musik-Ensemble Café Zimmermann zusammen mit Tenor Rupert Charlesworth zusammengestellt. Wobei der zeitliche Bogen vom aufstrebenden hin zum bewunderten Bach geschlagen wird. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf charmanten Kleinigkeiten, die Bach der Stimme anvertraut hat. Dazu gehören auch die drei anmutigen Tenor-Arien, die wohl aus Bachs Frankfurter Lehrjahren stammen, die hochklassisch gehaltene Solo-Arie „Fürsten sind am Lebensziele“ sowie nicht zuletzt die Mini-Kantaten „Der Frühling“ und „Selma“. Äußerst geschmackvoll nimmt sich Charlesworth dieser reizvollen Werke an, die nichts anderes wollen als zu gefallen. Mit wesentlich mehr Drive zeigen sich sodann die Musiker von Café Zimmermann selbst in der kammermusikalischen Sinfonia a-Moll. Und bei der kleinorchestral anmutenden Sonatina d-Moll begegnet man mit all den spritzig dreinfahrenden Akzenten jenem typischen Bach-Sound, wie er ihn in seinen zahllosen kleinen und großen Meisterwerken kultiviert hat.

Guido Fischer, 08.10.2016



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