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N° 1220
25.09. - 01.10.2021

nächste Aktualisierung
am 02.10.2021



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Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann

Violinkonzerte

Carolin Widmann, Chamber Orchestra of Europe

ECM/Universal 002894812635
(60 Min., 7/2014)

Schumanns Violinkonzert boomt – auch wenn es wohl niemals mehr die Aufnahmezahlen erreichen wird, mit denen sich die romantischen Geschwisterwerke von Brahms, Tschaikowski und Mendelssohn Bartholdy auf dem Schallplatten- und CD-Markt zu Topsellern entwickelt haben. Immerhin erstaunlich ist es, dass im Abstand von wenigen Monaten auf ein und demselben Label eine zweite Neueinspielung veröffentlicht worden ist. Nach der Einspielung des Schumann-Violinkonzert-Veteranen Thomas Zehetmair, der dabei zugleich in die Dirigentenrolle geschlüpft ist, hat es ihm in dieser Doppelfunktion Carolin Widmann gleichgetan. Ihr Partner ist das Chamber Orchestra of Europe, das schon vor über zwanzig Jahren das Werk mit Nikolaus Harnoncourt und Gidon Kremer aufgenommen und es damals mit Schumanns Klavierkonzert gekoppelt hatte. Widmann aber hat nun passenderweise als zweites Werk den e-Moll-Wurf von Mendelssohn und damit jenes Konzert ausgewählt, das wie das Schumannsche eng mit den Virtuosennamen Ferdinand David und Joseph Joachim verbunden ist.
Nun hat Widmann bereits mehr als nur einige Erfahrung mit Schumann. So liegt von ihr eine phänomenale Einspielung der Violinsonaten vor, mit der sie das heftig Pulsieren und magische Halbdunkel dieser Spätwerke eingefangen hat. Und nicht zuletzt hatte die gleichermaßen auf dem Feld der Neuen Musik äußerst engagierte und bewanderte Musikerin die Modernität dieser Werke herausgeschält. Nicht ganz so weit ist sie jetzt beim Konzert gegangen. Was angesichts der Kombination mit einem Opus, dessen Kräfte und Energien sich ganz auf das 19. Jahrhundert konzentrieren, eine verständliche Gangart ist. Trotz der puren Romantik besticht Widmann in beiden Konzerten wieder durch ihren ungemein bezwingenden Ton. Körperreich und dennoch über so manchen irdischen Dingen schwebend, von leidend bis jubilierend facettenreich gesanglich, konturenreich und trotzdem aus sich heraus kostbar im Ausdruck – das sind in den Grundzügen die Pluspunkte ihres Spiels und damit dieser Neuaufnahme, bei der sie allein schon deswegen auf einer Wellenlänge mit dem Chamber Orchestra of Europe liegt, da die Orchestermusiker sich hörbar dem Klangdenken Widmanns aufs Engste verbunden fühlen.

Guido Fischer, 15.10.2016



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