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Be What You Want To

Jenny Evans

GLM/Soulfood EC570
(51 Min., 11/2015)

Auf einer Firmenveranstaltung singe sie schon mal Lieder der Beatles, erklärte die Münchner Sängerin 2010 in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Damit finanziere sie, woran ihr Herz hängt: den Jazz. Jetzt hat sie ein Album mit dezent angejazzten Rocksongs vorgelegt – weder Fisch noch Fleisch und doch recht angenehm anzuhören. Zusammen mit ihrer fünfköpfigen Band haucht sie einigen Rockklassikern ein dezentes Swinggefühl ein, und andere lässt sie in den R&B-Gefilden. Unter anderem kehren Evans und Band die jazzige Seite der Bluesnummer „Sunshine Of Your Love“ heraus, die in den 1960ern in der Version der Band Cream zum Welthit geworden war, und sie erhalten den sanften Swing, den Sting schon der Originalversion seines „Englishman In New York“ unterlegt hatte. „Death Of A Clown“ der Kinks, „Living In The Past“ von Jethro Tull oder „A Hard Day’s Night“ der Beatles gewinnen jazziges Flair, während sie in der Einleitung zu „Paint It Black“ der Rolling Stones Assoziationen an den Drone der indischen Musik weckt, bevor sie die Nummer in ein hübsches Chanson mit Akkordeonbegleitung dreht. Die fünfköpfige Band begleitet Evans´ warme Stimme sparsam aus dem Hintergrund, wobei Matthias Bublath mit einem Wurlitzer-Elektropiano an die Sounds der 1960er anknüpft und mit dem Akkordeon für Retrogefühle sorgt. Der Gitarrist John Parva, der Kontrabassist Stephan Eppinger und der Schlagzeuger Manfred Mildenberger begleiten grundsolide, aber wenig inspiriert, während der Saxofonist Otto Staniloi Jenny Evans´ warmem Alt hübsche Melodien entgegenhält. Jenny Evans kann mehr – aber es scheint, als fürchte sie sich bei dieser Produktion, das Publikum der Firmenveranstaltungen zu verschrecken.

Werner Stiefele, 05.11.2016



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