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N° 1229
27.11. - 03.12.2021

nächste Aktualisierung
am 04.12.2021



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Wolfgang Amadeus Mozart

Arien und Duette

Christoph Genz, Stephan Genz, La Petite Bande, Sigiswald Kuijken

DHM/BMG 82876 55782-2
(58 Min., 6/2001) 1 CD

Begleitet von den beglückend filigranen, kultivierten und differenzierten historisierenden Orchesterklängen der "Petite Bande" unter Sigiswald Kuijken legen die Brüder Christoph und Stephan Genz ein gemeinsames Mozart-Rezital vor, bei dem sie mangels Repertoire freilich nur zweimal im Duett (in beiden Fällen aus Cosí fan tutte) zu hören sind. Darüber hinaus besteht das Programm aus anderen "Cosí"-Nummern, zwei Konzertarien und weiteren ausgewählten Einzelstücken, u. a. aus Don Giovanni und Davidde Penitente.
Die Genz-Brüder verfügen über ausgesprochen lyrische, bezüglich der heutigentags erforderlichen Durchschlagskraft sicher im unteren Bereich rangierende Stimmen. Bei Stephan Genz, dem Bariton, mangelt es zudem an Resonanz in der tiefen Lage; er gestaltet auf der Basis seines besonders für den Liedgesang hervorragend geeigneten, wohl timbrierten Materials allerdings sehr geschmackvoll und ansprechend, ohne freilich die auch auf CDs noch wahrnehmbare elektrisierende Bühnenpräsenz eines Hermann Prey zu erreichen.
Sein Bruder Christoph kann nicht über die Ermüdungserscheinungen hinwegtäuschen, die seine junge Stimme nach ausführlicher Präsenz auf den europäischen Bühnen leider schon aufweist. Das Legato wird immer wieder gestört durch matte "Durchhänger", bei denen die Stimme kurzzeitig unter die eigentliche Tonhöhe rutscht. Insgesamt mangelt es der prinzipiell schönen Stimme an Substanz und Verbindung zum Körper. Eine so schwierige Arie wie "Un’ aura amorosa" kann daher auf dieser CD, zumal vor dem Hintergrund großer historischer Vorbilder, nicht wirklich als bewältigt bezeichnet werden. Anders als bei Stephan Genz, der für sich und seine nicht überaus üppigen vokalen Mittel den richtigen Platz im harten Gesangs-Business gefunden zu haben scheint, ist bei Christoph Genz wirklich höchste Vorsicht geboten: Er wäre nicht der erste, dessen Karriere nur von kurzer Dauer war.

, 28.02.2004



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