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Franz Schubert, John Dowland, Carlo Gesualdo u.a.

Der Tod und das Mädchen (Streichquartett d-Moll, Seven Tears, Madrigal „Moro lasso“ u.a.)

Patricia Kopatchinskaja, The Saint Paul Chamber Orchestra

Alpha/Note 1 ALP265
(59 Min., 3/2015)

Ein Musikprogramm, das ganz und gar um den Gevatter Tod kreist, könnte einem schon mächtig aufs Gemüt schlagen. Vor allem in eher tristen Jahreszeiten. Aber die Entwarnung folgt auf dem Fuß bzw. gleich zu Beginn eines Live-Albums, bei dem die ideenreiche und springlebendige Geigerin Patricia Kopatchinskaja den Ton angibt. Bevor der rote Faden mit Schuberts berühmtem, für Streichorchester arrangierten Streichquartett „Der Tod und das Mädchen“ ausgelegt wird, erbebt der Konzertboden erst einmal feist unter dem Stampfen der Musiker. Einen wilden, auch von Schellen angetriebenen Danse macabre legen die Musiker da dermaßen ausgelassen aufs Parkett, als gäbe es kein Morgen mehr. Dieser muntere „Toden Tanz“ stammt aus der Feder eines gewissen Augustus Nörmiger, der Ende des 16. Jahrhunderts als Organist in Dresden wirkte. Und mit diesem Stück stößt Kopatchinskaja also nun gemeinsam mit dem amerikanischen Saint Paul Chamber Orchestra das Tor zu einer spannenden Klangreise durch die Welt des Abschiednehmens und des Flehens auf. Zwischen die einzelnen Sätze des mal ungemein erlesen, mal melossatt-düster gespielten Schubert-Hauptwerks haben die Musiker einen beklemmenden byzantinischen Gesang genauso eingestreut wie in einer Instrumentalfassung das bekannte „Moro, lasso“–Madrigal des Renaissance-Komponisten und Mehrfachmörders Gesualdo. Und wie verlockend schön sich trauertrunkene Musik in Form einer Pavane anhören kann, zeigen die Musiker mit einer musikalischen Träne von John Dowland sowie anschließend mit dem „Andante con moto“ aus Schuberts Streichergesang.

Guido Fischer, 24.12.2016



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