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N° 1253
14. - 20.05.2022

nächste Aktualisierung
am 21.05.2022



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Wolfgang Amadeus Mozart

Requiem KV 626

Christine Schäfer, Bernarda Fink, Kurt Streit, Gerald Finley, Arnold Schoenberg Chor, Concentus Musicus Wien, Nikolaus Harnoncourt

DHM/BMG 82876 58705-2
(50 Min., 11/2003) 2 CDs, SACD-Hybrid Multichannel (in Stereo auch auf CD-Spieler abspielbar), animierte CD-ROM-Track mit Mozarts Partitur-Faksimile

Um kaum ein Werk ranken sich so viel Mythen wie um das unvollendete Requiem von Mozart, nicht zuletzt durch Milan Formans Film "Amadeus". Melancholisch der dunkle Klang der beiden Bassetthörner und eindringlich denn auch jene Stelle, im "Lacrymosa", an der Mozarts Handschrift endet (wenngleich für spätere Sätze auch Material überliefert ist).
Als Käufer der neuesten Einspielung des Werks kann man sich zusätzlich in das Mozart'sche Partituroriginal vertiefen. Es ist als Flash-Animation als Extra-Track Bestandteil dieser SACD und bei großer Bildschirmauflösung einigermaßen lesbar. Wenn man die Datei auf dem Computer lädt, kann man Mozarts Niederschrift sogar im Mehrkanalsound mitverfolgen.
Die Interpretation mit dem mittlerweile ein halbes Jahrhundert alten auf Originalinstrumenten musizierenden Concentus Musicus Wien unter Nikolaus Harnoncourt stützt sich - wie fast alle neueren - auf die Beyer-Fassung. In einem Mitschnitt aus dem Wiener Musikverein entsteht ein ausgewogenes Klangbild, das durch die Konzertsaalakustik und durch die dezente Orgelbegleitung beinahe vergessen lässt, dass es sich beim Requiem um liturgische Musik handelt. Vielmehr wirken die Ensembles intim wie manch eine Opernszene. Harnoncourt verwendet zwar zügige Tempi, nimmt sich aber die Zeit für agogische Veränderungen. Die Interpretation ist frisch, dynamisch abwechslungsreich, mit klarer Diktion, bisweilen eindringlich und mit guter Raumwirkung in markanten Chorsätzen wie dem “Rex tremendae” oder dem "Sanctus". Orchester, Chor und Solisten überzeugen in Balance und Klang, wenngleich Bernarda Fink beispielsweise im "Tuba mirum" mit viel Vibrato herausfällt und der Tenor insgesamt gegenüber den anderen Partien dynamisch schwächer wirkt.
Insgesamt eine gelungene Interpretation. Die beigefügte elektronische Partitur ist eine gute Idee, die hoffentlich Schule macht.

Peter Overbeck, 31.07.2004



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