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Carl Maria von Weber

Sämtliche Werke für Klarinette

Sebastian Manz, Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR, Antonio Méndez, Martin Klett, casalQuartett

Berlin Classics/Edel, 0300835BC
(110 Min., 1 & 5/2016) 2 CDs

Einen Ausspruch, den Sebastian Manz wohl nie wieder hören möchte, ist jener, dass Weber nur geboren worden sei, um den „Freischütz“ zu schreiben. Dies macht er jedenfalls schon am Anfang des Beiheftes klar – und seine Einspielung des Gesamtwerks für Klarinette ist die beste Unterstützung für diese Haltung. Webers Kompositionen für das Instrument, die im engen Austausch mit dem Virtuosen Heinrich Joseph Baermann entstanden, waren nicht nur spieltechnisch innovativ, sondern besitzen auch Ausdrucksqualitäten, wie man sie nur in den besten Opern der Zeit findet. Zumindest dann, wenn man sie wie Manz spielt: Auf seinem klar und lupenrein intonierenden Instrument weiß er die mit abenteuerlichen Fiorituren geschmückten, von der Belcanto-Oper Rossinis und Bellinis beeinflussten Parts der Konzerte und Variationen lebendiger und stilsicherer zu interpretieren als viele Opernsänger. Keinen halsbrecherischen Lauf und kein Arpeggio gibt es da, bei denen nur virtuoses Stroh gedroschen würde: Immer haben sie ein klares Ziel und dienen obendrein der unendlich feinen Nuancierung der Emotion. Auch die düster-romantische Seite des Freischützkomponisten kommt zwischen all dem frechen Übermut, den seine brillanten Allegros auch ausstrahlen, nicht zu kurz: zum einen, weil Manz beim Klarinettenquintett die Cellopartie mit dem dunklen Kontrabass der Kammerorchesterpartie verstärkt, aber vor allem, weil ihm oft nur eine melancholische Melodiewendung oder ein paar Takte im geisterhaften Pianissimo genügen, um profunde Stimmungswechsel herbeizuzaubern. Das SWR-Sinfonieorchester ist ihm dabei ein ebenso hellwacher und hörbar spielfreudiger Partner wie das casalQuartett und der Pianist Martin Klett, mit dessen rasanten Läufen er seine Partie lustvoll verzwirbelt.

Carsten Niemann, 04.02.2017



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