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Wolfgang Amadeus Mozart, Michael Haydn, Franz Schubert

Violin Concertos, Rondos

Baiba Skride

Sony CD 92939
(66 Min., 6/2004) 1 CD

So kann man Mozarts berühmtes Violinkonzert Nr. 3 G-Dur KV 216 auch im Zeitalter der Historischen Aufführungspraxis noch vollkommen überzeugend "konventionell" darbieten: Jugendliche Leidenschaft und inneres Glühen charakterisieren das Geigenspiel Baiba Skrides ebenso wie schlanke, elegante Linienführung - Eigenschaften, denen das Kammerorchester C. Ph. E. Bach unter Leitung von Hartmut Haenchen mit irisierender Leuchtkraft und Wärme adäquat zu begegnen versteht. Besonders bezaubernd etwa der langsame Mittelsatz. Skrides Herangehensweise erweist sich hier im genannten stilistischen Rahmen ehrlicher als diejenige von Julian Rachlin, der dasselbe Stück kürzlich gemeinsam mit dem Brahms-Violinkonzert präsentierte: Rachlin bedient sich eines dünneren, lebloseren Tons, der mittels sehr sparsamem Vibratoeinsatzes ein wenig mit dem historisierenden Ansatz zu liebäugeln scheint; das Ergebnis ist streckenweise eine tendenzielle Indifferenz der Aussage, wie man sie Baiba Skride in keinem Augenblick nachsagen kann.
Etwas steifer und spröder geht es in Michael Haydns Violinkonzert B-Dur zu. Diesem deutlich stärker noch in der Ideenwelt des musikalischen Barock verankerten Werk versucht Baiba Skride zwar mit Erfolg durch zurückhaltendere, strengere Tongebung und ökonomisch-konzentrierte Inangriffnahme des Passagenwerks gerecht zu werden, aber das begleitende Ensemble reüssiert hier weit weniger als bei Mozart: Vor allem die allzu starr agierende, leicht zum Stampfen neigende Continuogruppe bremst die optimale Entfaltung dieser ganz anderen Musik maßgeblich.

, 20.11.2004



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