Responsive image
Claudio Monteverdi

Il sesto libro de madrigali

Concerto Italiano, Rinaldo Alessandrini

Arcana/Note 1 A425
(72 Min., 5/1992)

Melden sich Rinaldo Alessandrini und sein „Concerto Italiano“ einmal wieder mit Monteverdi zu Wort? Nein – die vorliegende Einspielung des sechsten Madrigalbuchs, in dem das berühmte „Lamento d’Arianna“ enthalten ist, stammt aus dem Jahr 1992 und wird hier einfach wiederveröffentlicht. Nun, das ist dennoch kein Schaden: Alessandrini gebot seinerzeit über eine brillante Sängerbesetzung, zu der u.a. Rossana Bertini, Giuseppe Maletto und Claudia Cavina gehörten, die heute zur Stammbesetzung von „La Venexiana“ zählen. Man darf sich also über das hohe interpretatorische Niveau dieser Veröffentlichung freuen, das auch nach einem Vierteljahrhundert noch uneingeschränkt zu konstatieren ist: schöne Einzelstimmen, die sich zu einem runden, lebendigen, frischen, je nach Bedarf feurigen oder zarten Gesamtklang verbinden. Die Doppelheit dieser Kriterien ist wichtig für die späteren Madrigalbücher Monteverdis, denn hier sind die einzelnen Sänger immer wieder auch solistisch oder in reduzierten Besetzungen gefragt. Die Gestaltung der Madrigale erfolgt stets auf Basis der hochsensiblen (sollte man sagen: teils auch hochneurotischen?) Texte, das agogische und dynamische Auf und Ab der Darbietung orientiert sich bei Alessandrini stets an der Rede (orazione), so wie Monteverdi es wünschte – er hätte sicher seine Freude an dieser Einspielung gehabt.

Michael Wersin, 04.02.2017



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Beutezüge im Barock: Manche Solisten haben das Pech, dass die größten Komponisten gerade für ihr Instrument kein Konzert geschrieben haben. Keine Trompete bei Mozart, keine Flöte bei Bach und überhaupt keine Konzerte von Schubert. Und obwohl Antonio Vivaldi dank seiner versatilen Schülerinnen in der Pietà für fast jedes erdenkliche Instrument und jede Kombination Concerti in Fülle entworfen hat – allein 39 für’s Fagott, nur seine eigene Violine hat mehr bekommen – gibt es […] mehr »


Top