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Homecoming

Vince Mendoza

Jazzline/Delta Music N77036
(56 Min., 11/2014)

Der amerikanische Komponist und Arrangeur Vince Mendoza und die WDR Big Band pflegen bereits seit 1989 eine immer wieder neu aufgelegte Kooperation. Die vielfach preisgekrönte Flamenco-Jazz-Suite „Jazzpaña“, die 1992 aus dieser Zusammenarbeit unter Beteiligung von Arif Mardin hervorging, war ein Meilenstein in der Labelgeschichte von ACT. Kritiker haben immer wieder die Nähe Mendozas zu Gil Evans beschworen und von seiner auffächernden Stimmführung geschwärmt. Im Jahr 2014 wurde Mendoza eingeladen, ein Konzertprogramm mit dem Orchester zu erarbeiten und als CD live einzuspielen. Seine Bedingung dabei war, dass es sich um neue Kompositionen von ihm handeln müsse. Jetzt liegt das Ergebnis im CD- und zusätzlich im LP-Format vor. Der durchschnittliche Big-Band-Hörer wird dabei weniger von den in den Jazzlexika verhandelten Einflüssen auf Mendoza beeindruckt sein, sondern sich zuerst an den knackig fetten und dabei doch leichtfüßigen Beats der Band erfreuen. Der Special Guest, Perkussionist Marcia Doctor, unterstützt dabei trefflich das eingespielte Rhythmusteam der Band, aus dem immer wieder Frank Chastenier an den Keyboards und Paul Shigihara an der Wah-Wah-Effekte generierenden Gitarre hervorsticht. Es ist höchste Handwerkskunst des Arrangeurs und gleichzeitig Dirigenten Mendoza, wie er Einzelstimmen druckvoll punktgenau bündelt, um sie dann wieder ihre vorgezeichnete Bahn verfolgen zu lassen. Das ist mitunter von gnadenloser Präzision klassischer Big-Band-Tradition. Wer diese Musik quasi als Offenbarung, und in diesem Sinne über die kunsthandwertkliche Meisterschaft hinaus als die angepriesene „orchestrale Jazzmusik in Vollendung“ empfindet, füge einen Bewertungspunkt hinzu.

Thomas Fitterling, 25.02.2017



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