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Giuseppe Sammartini, Antonio Caldara, Johann Adolf Hasse, Leonardo Vinci u.a.

Souvenirs d´Italie (Konzerte und Sonaten für Blockflöte)

Maurice Steger, Maurice Steger Ensemble

harmonia mundi HMC 902253
(73 Min., 4 & 5/2016)

Wie gut, dass selbst die älteren Kapitel im großen Musikgeschichtsbuch wohl nie zu Ende erzählt sein werden. Schließlich hat selbst das italienische Barockrepertoire immer noch Wundertüten zu bieten, die einen in Staunen versetzen. Mit so einer kommt jetzt einmal mehr Maurice Steger um die Ecke. Der Schweizer Blockflöten-Wirbelwind hat nämlich Werke ausgegraben, die ein gewisser Graf Aloys Thomas Raimund von Harrach von einem mehrjährigen Italien-Aufenthalt Anfang des 18. Jahrhunderts mit nach Hause gebracht hatte. Und in seiner Handschriftensammlung finden sich immerhin Concerti für Blockflöte aus der Feder namhafter Komponisten wie Giuseppe Sammartini und Johann Adolf Hasse, der eine Zeit lang in Neapel wirkte. Zudem erklingen für Blockflöte eingerichtete Opernarien, in denen Steger auf seinem Instrument zum unnachahmlichen Sänger wird. Wie etwa im Turteltauben-Gesang „Tortora che il suo bene“ aus der Oper „Elpidia“ von Leonardo Vinci, dem der Klang des italienischen Hackbretts „Salterio“ eine exotisch hübsche Zusatznote verleiht.
Aber im Grunde kann man wahllos sich eines der Stücke herauspicken, die Steger mit seinem durch die Bank mit erstklassigen Alte Musik-Könnern besetzten Ensemble aufgenommen hat. Denn es erwartet einen eben durchweg das reinste Vergnügen. Bei Hasses „Cantata per flauto“ übertrifft sich der Supervirtuose Steger einmal mehr. Das Concerto für Sopranblockflöte eines gewissen Antonio Maria Montanari ist mit seinem Tirilieren ab sofort eine perfekte Alternative zu Vivaldis „Distelfinken“-Gesängen. Und was für herzerweichende Klagegesänge Steger gleichermaßen anstimmen kann, beweist er im wertvollen Andante einer fünfsätzigen Sonate von Giovanni Antonio Piani. Was für musikalische Souvenirs!

Guido Fischer, 25.02.2017



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