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Wolfgang Amadeus Mozart

Klavierkonzerte Nr. 20 und 24

Martin Stadtfeld, NDR Sinfonieorchester, Bruno Weil

Sony Classical/Sony BMG 82876 72298 2
(59 Min., 6/2005) 1 CD

Moll ist bei Mozart eine Tonart, die mit Depressionen und Tod verbunden ist. Wie würden sich Martin Stadtfeld auf einem modernen Flügel und Bruno Weil, der aus der Tradition der Alten Musik kommt mit dem NDR-Sinfonieorchester bewegen, das nicht zuletzt durch die intensive Zusammenarbeit mit ihrem ehemaligen Chefdirigenten John Eliot Gardiner in jeder Hinsicht große Flexibilität zeigt?
Martin Stadtfeld spielt auf dem modernen Steinway, als habe er auf dem Hammerklavier geprobt und Bruno Weil koordiniert die Stimmen im Orchester so, dass er die Schönheit des dichten Orchesterklanges nutzt und gleichzeitig seine Durchsichtigkeit herausarbeitet und in dieser Mischung den Konzerten eine klare strahlende Schönheit gibt. Es liegt etwas Zartes, Filigranes in dieser Aufnahme, ein Hauch von Trauer des Requiems und die Freude der "Hochzeit des Figaro". Da gibt es niemanden, der sich die Aufnahme zunutze macht, um sich selbst zur Schau zu stellen. Beinahe ehrfürchtig finden alle gemeinsam eine Faszination an Mozarts Art, das von Haydn erfundenen "obligate Accompagnato" aufs Schönste einzusetzen, in einem spannenden Wechselspiel zwischen Haupt- und Begleitstimme. Und weil dieses Wechselspiel zwischen den Interpreten bestens funktioniert, bekommen Mozarts Werke eine intensive Aura. Das Schönste an dieser Aufnahme: Durch das schnelle Tempo der Mittelsätze wirken die Konzerte wie aus einem Guss. Es entsteht ein spannungsvoller Bogen über das ganze Werk. Ach wenn die Zusammenarbeit zwischen den drei Charakteren auf den ersten Blick abenteuerlich schien, muss man jetzt denen ein Kompliment machen, die dieses Risiko eingegangen sind. Es hat sich gelohnt!

Margarete Zander, 24.09.2005



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