Responsive image
Bach

Brandenburgische Konzerte

Karl Ristenpart, Saarländisches Kammerorchester

Accord 220382/92
(0000-00-00)

Eine meiner Lieblingsaufnahmen ist die der Brandenburgischen Konzerte von Johann Sebastian Bach mit dem Dirigenten Karl Ristenpart und dem Saarländischen Kammerorchester. Da es sich um ein Repertoirestück ersten Ranges handelt, hat mich die Auswahl im CD-Regel etwas überfordert, und da bot es sich an, entweder viele konkurrierende Aufnahmen zu hören und sie miteinander zu vergleichen oder andere Leute nach ihrer Meinung zu fragen - vielleicht sogar weltweit. Das habe ich ausprobiert, als ich beim Surfen im Internet vor einiger Zeit auf die J. S. Bach-Homepage gestoßen bin. Dort finden sich neben Informationen über Bach und seine Werke auch viele, von Besuchern der Seiten veröffentlichte, Rezensionen der Aufnahmen von Bachs Musik.
Jan Hanford, amerikanische Musikerin und Webmaster der Homepage, gibt in ihrer Besprechung unter der Rubrik „Recommended (or not) Recordings" eine klare Antwort auf die Frage „Which Brandenburg?": die Brandenburgischen Konzerte „von Ristenpart". Nach mehreren Anrufen und einem freundlichen Brief an die Adresse der französischen Plattenfirma (für Deutschland gibt es derzeit keinen Vertriebspartner) habe ich die CD schließlich erhalten.
Meine hochgesteckten Erwartungen wurden nicht enttäuscht: Die 1963 eingespielte Aufnahme ist schlicht zeitlos und hält dem Vergleich mit heutigen Interpretation ohne weiteres stand. Die Solisten und das Kammerorchester der Saar harmonieren perfekt und geben eine lebendige und einfühlsame Interpretation der Musik. Die Tempi erscheinen mir stimmig und wirken weder gedehnt noch übereilt und hektisch. Besonders hervorzuheben sind die gelungene Phrasierung und die sprühende Energie, mit der die Musiker die Konzerte aufladen.
Auch klanglich repräsentiert die Aufnahme einen hohen Standard: sie ist ein audiophiler Leckerbissen. Sicherlich nicht zuletzt aus diesem Grund wurde die Interpretation in den frühen siebziger Jahren bei Nonesuch auf Vinyl und später, 1986, durch das französische Label Accord auf CD wiederveröffentlicht. Doch im letzten Jahr sind dem Vertrieb Musidisc in Frankreich die Vorräte ausgegangen. Alle Anfragen von interessierten Käufern waren bislang vergeblich. Auch deshalb ist die CD eine Lieblingsplatte für mich geworden: weil sie bereits eine Rarität ist.
Vielleicht findet sich ja erneut ein Vertriebspartner für Musidisc/Accord in Deutschland, und möglicherweise ist die Aufnahme dann wieder erhältlich. Oder sollte ein Vertreter eines anderen Plattenlabels diese Zeilen lesen und Interesse an einer Neuveröffentlichung dieser Aufnahme haben? Eine legendäre Einspielung wäre es doch wert, wiederentdeckt zu werden.

Oliver Kurz, 25 Jahre, Bielefeld


Diese CD können Sie kaufen bei:





CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Olivier Messiaens Turangalîla-Sinfonie zählt ohne Zweifel zu den eindrücklichsten und gewaltigsten Monumenten der Sinfonik des 20. Jahrhunderts. Dieses mit 80 Minuten überlange Monstrum von Sinfonie spielt man nicht ohne Weiteres – weder live im Konzertsaal, noch auf CD ein. Und so war es durchaus ein Ereignis, als das Mannheimer-Nationaltheaterorchester unter der Leitung seines Chefdirigenten Alexander Soddy diesen Meilenstein in Prä-Corona-Zeiten dank Spendenunterstützung als […] mehr »


Top