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Anton Bruckner

Sinfonie Nr.3 d-moll (Fassung 1877)

Royal Concertgebouw Orchester, Bernard Haitink

Philips (in Box Nr.475 6740)
(56 Min., 0000-00-00) 1 CD

Die Interpretationsgeschichte von Bruckners Dritter ist bewegt und widersprüchlich. Schon die Wahl unter den drei Fassungen führt zu Widerspruch und Zustimmung. Gott sei Dank erkennen immer mehr Bruckner-Dirigenten den Wert der zweiten Fassung von 1877, die ohne die Wagnar-Zitate der ersten und ohne die Verstümmelungen der dritten Fassung auskommt. Als einer der ersten Dirigenten erkannte dies im Jahre 1963 der damals noch ganz junge Bernard Haitink. Als zweite Aufnahme seiner damaligen Gesamtaufnahme mit dem Concertgebouw-Orchester brachte er die 3.Sinfonie in der Fassung von 1877 heraus, die m.E. noch immer Reverenz-Charakter beanspruchen kann. Ohne Harnoncourts Eile oder Chelibidaches Weihe präsentiert Haitink diese wunderbare Sinfonie stämmig und kraftvoll, lyrisch und sensibel mit einem glänzend disponierten Orchester. Alle Tempi stimmen, nichts ist schleppend oder überhetzt. Die Steigerungen entwickeln sich unforciert und der Klang bleibt ausgewogen und klar. Keine verdunkelten Streicher, kein lärmendes Blech, keine piepsenden Holzbläser. Selbst Haitinks spätere Aufnahme mit den Wiener Philharmonikern im digitalen Sound kann dieser Einspielung nicht das Wasser reichen.
Schon in ihrem Erscheinungsjahr 1963 hat mich diese Aufnahme als LP begeistert und sie tut es nach all den Jahren auch im Vergleich zur großen Konkurrenz noch immer. Leider gibt es sie nur in der Philips-Box der Gesamtaufnahme. Es wird Zeit, dass sie auch einzeln wieder verfügbar ist.

Martin Gumpert, 60 Jahre, Holzminden


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