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Samuel Barber

Adagio for Strings op.11

Los Angelees Philharmonic Orchestra, Leonard Bernstein

DGG 427 906-2
(10 Min., 0000-00-00) 1 CD

Achtung: Die Aufnahme von Barbers Adagio für Streicher, um die es mir geht, ist bei der DGG (Universal Classics) in verschiedenen Ausgaben und in Kombination mit unterschiedlichen weiteren Stücken erschienen. Sie ist unter der Leitung von Leonard Bernstein auch nicht zu verwechseln mit der New Yorker-Aufnahme bei Sony.
Denn bei der DGG-Aufnahme aus dem jahre 1983 dirigiert der unvergessene Leonard Bernstein die Streicher des Los Angeles Philharmonic Orchestra. Und wie!!
Irgenwie sind da zwei Seelenverwandschaften zusammen gekommen: das traurig-sehnsüchtige und doch so tröstende Adagio von Barber und ein hochgradiger Gefühlsmensch wie "Lenni" Bernstein.
Man mag ja nun dem Stück nach vielen staatstragenden Anlässen ein Stück Distanz entgegen bringen oder es hart an den Rand des Kitsches drücken. Was Bernstein jedoch mit seinen Streichern daraus macht, verschlägt einem dennoch die Sprache. Normalerweise dauert das Stück etwa 8 Minuten. Lenni braucht 2 Minuten länger, weil er seine Geigen singen, schluchzen, schreien lässt und keine Gelegenheit auslässt, Emphase und Gefühl in die Interpretation zu packen. Jeder tönende Schmerz, jede tröstende Harmonie steigert Bernstein ins Extreme. Man höre nur in der Mitte des Stücks die Stelle, wo sich die Violinen in einer atemberaubenden Steigerung in die Höhe schrauben und in einer Fortissimo-Dissonanz innehalten und ins Nichts zerfallen und dem zarten Eingangsthema wieder Bahn brechen. Da ist man schlicht fassungslos!!
Man mag gar nicht glauben, dass Streicher so "streichen" können, ohne ihre Instrumente zu zerbrechen!?
Puristen mag das alles vielleicht etwas zu dick aufgetragen sein und vielleicht hat es Barber auch etwas schlichter gemeint.
Doch diese Bernstein-Aufnahme geht unter die Haut und lässt einen nie mehr los!

Martin Gumpert, 60 Jahre, Holzminden


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