Carl Philipp Emanuel Bach

Flötenkonzerte

Emmanuel Pahud, Kammerakademie Potsdam, Trevor Pinnock

Warner 2564627679
(67 Min., 3/2014)

 

Carl Philipp Emanuel Bach

Sinfonien Wq 183, Sonaten Wq 184

Riccardo Minasi, Ensemble Resonanz

Es-Dur/Edel 1082070EDU
(59 Min., 1 & 6/2016)

 

Bereits 2011 hatten Emmanuel Pahud, die Kammerakademie Potsdam und Dirigent Trevor Pinnock zusammen dem Preußenkönig und Flötenfan einen musikalischen Besuch abgestattet. Und damals gab es auf der Doppel-CD selbstverständlich auch so manche Kostproben vom Bach-Sohn Carl Philipp Emanuel, der bekanntermaßen Hofmusikus bei Friedrich II. war. Frei nach dem Motto „Never change a winning team“ haben Pahud und die Alte Musik-Experten nun erneut Kernrepertoire von „C.P.E.“ aufgenommen. Es sind drei seiner ungemein den Geist und das Herz ansprechenden Flötenkonzerte. Und wenngleich Pahud die Werke in d-Moll Wq 22, a-Moll Wq 166 sowie G-Dur Wq 169 sicherlich unzählige Male gespielt haben wird, widmet er sich ihnen jetzt mit unverbrauchtem Elan, ansteckendem Furioso sowie magischer Empfindsamkeit. Man hört Pahud geradezu an, wie vernarrt er in diese Klangwelten ist. Dass er dabei mit dem das Cembalo pulsierend traktierenden Altmeister Pinnock und der auch schnittig auftrumpfenden Kammerakademie Potsdam sowieso absolute Gleichgesinnte zur Seite hat, muss man eigentlich seit der ereignisreichen Aufnahme von 2011 nicht extra betonen.
Zur einer ähnlich verschworenen „C.P.E. Bach“-Mannschaft haben sich aber auch das Hamburger Ensemble Resonanz und der italienische Dirigent Riccardo Minasi mittlerweile gemausert. Und so läuft auch bei der zweiten Beschäftigung mit dem Sinfoniker Bach – nach der Einspielung seiner Hamburger Streichersinfonien Wq 182 – alles auf das helle Vergnügen heraus. Die jetzt mit Bläser besetzten vier Sinfonien Wq 184 gehen die Musiker mit Drive und impulsiv an. Zudem lassen sie gerade in den langsamen Sätzen keine Gelegenheit aus, das kühne Ausdrucksspektrum von Bach in den wunderbarsten, auch intimsten Farben lebendig werden zu lassen. Eher zur reinen Unterhaltung sind dagegen die sechs Bläser-Sonaten Wq 184 gedacht gewesen, die das Ensemble Resonanz zwischen die Sinfonien einstreut. Trotzdem gilt auch für diese bisweilen nur einminütigen Einsätzer: C.P.E. Bach konnte einfach nicht unter seinem Niveau komponieren.

Guido Fischer, 14.01.2017




Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Zugegeben: Letzte Woche haben wir mit unserer CD-Empfehlung ganz schöne Hör-Kalorien aufgetischt. Dagegen wirkt das a-capella-Album deutscher Adventslieder von Schwesternhochfünf wie ein Spaziergang im Winterwald: klar, kühl, konzentriert. Die Stimmen beginnen im Einklang wie ein Schwesternkonvent der Hildegard-von-Bingen-Zeit, doch schon, wenn beim Arrangement von „Maria durch ein Dornwald ging“ hörbar ein Geflecht aus Sekunden und Reibungen zu flirren beginnt, zeigt das Album, was in […] mehr »


Top