Rezensionen der Woche

25. — 31.Oktober 2014

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Klassik

Arvo Pärt, Ivan Moody

Stabat Mater, Simeron

Goeyvaerts String Trio, Zsuzsi Tóth, Barnabás Hegyi, Olivier Berten

Challenge/New Arts International CC72616
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Dieterich Buxtehude

Opera Omnia XX (Vokalwerke Vol. 10)

Amsterdam Baroque Orchestra, Amsterdam Baroque Choir, Ton Koopman

Challenge Records/New Arts International CC72259
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Fazıl Say

Say Plays Say

Fazıl Say

naïve/Indigo 994332
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Galina Ustvolskaja

Violinsonate, Klarinettentrio, Duett

Patricia Kopatchinskaja, Markus Hinterhäuser, Reto Bieri

ECM/Universal 002894810883
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Guido Morini

Solve et Coagula

Marco Beasley, Guido Morini, Accordone

Alpha/Note 1 ALP537
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Wolfgang Amadeus Mozart, Joseph Haydn

Klavierkonzert Nr. 9 KV 271, Rondo KV 386, Konzertarie "Non temer, amato bene" KV 505, Klavierkonzert Hob. XVIII:11

Alexandre Tharaud, Joyce DiDonato, Les Violons du Roy, Bernard Labadie

Erato/Warner 2564626268
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Jazz

Phishbacher Trio

Dreamcatcher

Jazzsick/in-akustik 0515077
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Jasper van't Hof, Tony Lakatos

Go With The Wind

Jaro/Jaro 43192
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Branford Marsalis

In My Solitude – Live At Grace Cathedral

Okeh/Sony 88875011652
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CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der
RONDO-Redaktion

Die Süßwarenhersteller und der Versandhandel scheußlicher Gesichtsvariationen in Latex freuen sich über die mit entsprechendem Marktdruck nach Europa transplantierten Halloweenbräuche. Dass mein sein Geld an einem 31. Oktober auch weniger kariös investieren kann, zeigt das Beispiel von Kurfürst Johann Georg von Sachsen, der 1617 einige Mittel aufwendete, um in Dresden den Reformationstag zu würdigen - und nicht nur irgendeinen, sondern gar den hundersten. Dem sich selbst als Vorstreiter der Lehren Luthers empfindenden Fürst dienten die drei Tage der Prachtentfaltung im Dienste des zurecht gerückten Bibelwortes natürlich auch der Selbstdarstellung. Der Oberhofprediger Hoë von Hoënegg, der seine Predigten dieser drei Tage später als Buch herausgab, fühlte sich durch die Musik, die im Rahmen dreier Messen und Vespergottesdienste aufgeführt wurde, so berührt, dass er sie detailliert in seinem Bericht wiedergab. Gottseidank - eine Seltenheit dieser Tage. So können wir seiner Aufzählung mit einiger Wahrscheinlichkeit Werke von Michael Praetorius, der als Mann für's Feine mal wieder aus Wolfenbüttel herüberkam und für den altersindolenten Kapellmeister Rogier Michael aushalf, sowie Heinrich Schütz zuordnen, der sich in zweiter Reihe für seine Lebensstellung vorbereitete. Und auch in dieser Musik war das von Luther übersetzte Wort so wichtig, dass Schütz den Instrumentalisten den Text der Sänger unter die Noten schrieb, damit sie ihn bei ihrem Spiel mitdenken konnten. Ein lange gehegtes Projekt von Roland Wilson ist die Zusammenstellung dieser Werke zu einer protestantischen Festmesse, und gemeinsam mit seinen traumwandlerisch aufeinander eingespielten Ensembles Musica fiata und Capella Ducale gelingt es ihm, die verschwenderische Pracht der Dresdner Hofmusik wieder aufleben zu lassen. Dafür steht ihm die Fülle der von Praetorius beschriebenen Klangfarben in (damals vielleicht nicht einmal erreichter) technischer Perfektion zu Gebote, und seine Solisten - angeführt von den engelsgleich reinen Sopranstimmen von Monika Mauch und Konstanze Backes - sind der Zuckerwürfel, auf dem das kräftige Lutherwort wie von selbst in die Seele des Hörers findet. Falls er nicht vergisst, am Freitag dafür die Haustürklingel abzustellen.