Rezensionen der Woche

13. — 19.September 2014

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Klassik

Antonio Cesti

Alma mia

Raquel Andueza, La Galania, Fernández Baena

Anima Corpo/Note 1 AeC003
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Eric Satie, Claude Debussy, Maurice Ravel

Suzanne Danco 2

Suzanne Danco, Camille Maurane, Désiré-Émile Inghelbrecht, Darius Milhaud, Charles Munch

INA/harmonia mundi IMV059
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Franz Schubert

Klaviersonaten

Daniel Barenboim

Deutsche Grammophon/Universal 479 2783
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Jehan Titelouze, Louis Marchand, Nicolas de Grigny, Alexandre-Pierre-François Boëly u.a.

Maîtres de l'orgue franҫais

Olivier Baumont, Fabio Bonizzoni, Martin Gester, Gilles Harle, Aude Heurtematte, André Isoir, Les Demoiselles de Saint-Cyr, Ensemble Fretwork, Ensemble Gilles Binchois, La Simphonie du Marais u.a.

Temperaments/harmonia mundi TEM316045-52
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Johannes Brahms

Sinfonien Nr. 1 - 4, Tragische Ouvertüre, Akademische Festouvertüre, Klavierkonzerte Nr. 1 & 2, Violinkonzert

Maurizio Pollini, Lisa Batiashvili, Staatskapelle Dresden, Christian Thielemann

Deutsche Grammophon/Universal 479 2787
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Luigi Rossi, Giacomo Carissimi, Barbara Strozzi u.a.

Lamento

Romina Basso, Latinitas Nostra, Markellos Chryssicos

Naïve/Indigo 992122
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Jazz

Stefano Bollani

Joy In Spite Of Everything

ECM/Universal 3784459
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Jim Black

Actuality

Winter & Winter/edel 1002132WIN
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Julia Kadel Trio

Im Vertrauen

Blue Note/Universal 3789836
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CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der
RONDO-Redaktion

Zu den zahlreichen Widersprüchen im Leben von Richard Strauss gehört auch, dass er zwar ein gutbürgerliches Dasein mit Plüschsofa und Sonntagsbraten zu schätzen wusste, aus seiner Abneigung des Bürgertums und der Religion - zumindest im Konzertsaal - keinen Hehl machte. Ein Jahr, nachdem er den Philistern mit seinem Satyrspiel vom "Till Eulenspiegel" eine lange Nase gedreht hatte, ließ der 32jährige sein Opus 30 "Also sprach Zarathustra" in Frankfurt uraufführen. Der berühmteste Sonnenaufgang der (Film-)Musikgeschichte ist schließlich nur der Vorhang zur aufwändig und kulinarisch instrumentierten Tondichtung über Fall und Aufstieg des Philosophen (in dem sich dessen Autor Friedrich Nietzsche zu einem guten Teil selbst porträtierte). Der eingängige Dreiklang des Beginns durchzieht als Tonchiffre der Natur das ganze Werk wie eine Mahnung, an der sich der Erleuchtete abzuarbeiten hat. Den trieb die Sehnsucht unter die stumpfe Herde seiner Mitmenschen, die - mit Straussschem Tonwitz persifliert - völlig der Religion und der trockenen Wissenschaft hörig sind. Genesung bringt dem Enttäuschten das göttliche Vergnügen des Tanzes (bei Strauss ein schwungvoller Walzer), bevor zum guten Schluss der menschliche Geist Zarathustras in überirdisch leuchtendem H-Dur-Akkord seinen Frieden findet. Das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg kombiniert unter seinem Chef François-Xavier Roth in der neusten Folge aller Strauss'schen Tondichtungen nun den "Zarathustra" mit dem Poem "Aus Italien" und besticht durch straffe Tempi und einen warmen, seidigen Orchesterklang, der - von der Tontechnik tiefenscharf eingefangen - die unzähligen Klangvaleurs Straussscher Instrumentation zum Leuchten bringt.