Abonnement

Ja, ich möchte RONDO abonnieren, zum Preis von 28 Euro (Deutschland und Österreich) (übriges Ausland: 48 Euro) pro Jahr (6 Ausgaben + 6 RONDO-CDs)
Vorname
Name
Straße
PLZ / Ort
E-Mail
Land
Ich kann das Abo mit 4 Wochen Frist zum Ablauf des Abojahres kündigen. Stichtag ist der Erscheinungstermin der nächsten Ausgabe. Falls das Abo nicht gekündigt wird, verlängert es sich automatisch um ein Jahr.
Bitte buchen Sie den Rechnungsbetrag von meinem Konto ab:
IBAN
SWIFT-BIC
Bank
Sie können ein RONDO-Abonnement auch verschenken. Bitte geben Sie oben Ihre Adresse an (die des Zahlenden) und hier die des Empfängers:
Ich möchte das RONDO-Abonnement verschenken, und zwar an:
Vorname
Name
Straße
PLZ / Ort


CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der
RONDO-Redaktion

Wie ein Zündhölzchen wirkt, was 1712 der Hamburger Ratsherr und Kaufmannssohn Barthold Heinrich Brockes in Form seiner geistlichen Passionsdichtung in das kreative Pulverfass der Hamburger Gänsemarktoper wirft. "Der für die Sünde der Welt gemarterte und sterbende JESUS", später nur noch griffiger "Brockes-Passion" genannt, trifft den Nerv der Zeit. Die Mischung aus drastischer Passionsschilderung (die den nüchternen Bibelbericht publikumswirksam mit gruseligen Details anreichert) und Arientexten (die das Geschehen theologisch sattelfest in Allegorien aufschlüsseln und leidenschaftlich Stellung zu den Vorgängen beziehen) wirkt wie eine Steilvorlage für die Musiker, die sich um Reinhard Keiser an der ersten deutschen Bürgeroper versammelt haben. Johann Mattheson macht daraus einen Kompositionswettbewerb und fordert auch Georg Philipp Telemann in Frankfurt und Georg Friedrich Händel in London auf, sich mit einem Oratorium auf Brockes' Text zu beteiligen und sich mit Keisers Version von 1712 zu messen. Auch Johann Sebastian Bach, der in Leipzig nicht nur geografisch, sondern auch theologisch sehr weit vom liberalen Hamburg entfernt lebte, bediente sich in seiner Johannes-Passion kräftig an den zündenden Sprachbildern des Hamburger Senators. Peter van Heyghen und seinem Ensemble Les Muffatti ist nun mit Reinhard Keisers Werk, sozusagen der Mutter aller Brockes-Passionen, eine interpretatorisch souveräne Aufnahme gelungen, die den Hörer anspringt und mit ihrem leidenschaftlichen Musizieren ins Geschehen zieht. Der Vergleich mit den späteren Versionen zeigt, welche starke Ausstrahlung der Bühnenmensch Keiser bis in Details der Melodiefindung und der Affektgestaltung auf den Stil der jungen Komponisten hatte, allen voran Georg Friedrich Händels.