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Nur Fassade? Die Oper Köln wird zum Problem-BER des Rheinlands (c) sanierung.buehnen-koeln.de

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Das alte Spiel: Zurückbauen und neu machen

Vor fast genau einem Jahr haben wir an dieser Stelle unter der etwas gemeinen, aber unter dem Strich passenden Überschrift „Köln, wie es singt und patzt!“ über den Renovierungsstau bei der Kölner Oper berichtet. Seitdem ist in der Geschichte der Großprojekte viel passiert. Die Hamburger Elbphilharmonie befindet sich im Endspurt und er öffnet Anfang 2017. Der Berliner Flughafen...nun ja. Und die Schweizer haben es aller Welt gezeigt, wie man den längsten Tunnel der Welt termin- und vor allem budgetgerecht auf die Beine stellt. Und die Kölner Oper? Wenn es um das Haus am Offenbachplatz geht, liegen wahrscheinlich mittlerweile bei den Verantwortlichen die Nerven genauso blank wie so manche, nicht ordnungsgemäß ummantelte Stromkabel, mit denen sich Bernd Streitberger auch rumschlagen muss. Seit Anfang Mai ist er der neue technische Betriebsleiter der städtischen Bühnen und hat damit einen nicht gerade beneidenswerten Job übernommen. Schließlich muss er die begonnene Komplettsanierung der in die Jahrzehnte gekommenen Oper quasi noch einmal neu starten: rund 700 Punkte stehen auf der To Do-Liste von Streitberger. Und bei manchen schon durchgeführten, leider nicht dem technischen Standard entsprechenden Arbeiten heißt es laut Streitberger einfach, „dass wir große Teile der technischen Ausrüstung des Gebäudes noch einmal zurückbauen und neu machen müssen.“ Das alles kostet natürlich Zeit und Geld. Und so schart die Kölner Öffentlichkeit schon ein wenig ungeduldig mit den Füssen – angesichts auch der explodierenden Kosten. 250 Millionen Euro sollten die Umbauten von Oper und Schauspiel verschlingen. Inzwischen rechnet man mit Gesamtkosten zwischen 400 und 460 Millionen – Stand August 2016. Was hingegen den regelmäßig korrigierten Termin der Wiedereröffnung gerade der Oper angeht, da gibt Streitberger vernünftigerweise keine konkrete Prognose mehr heraus. „Ich nenne keinen Fertigstellungstermin“, so Streitberger gegenüber der Kölner Tageszeitung „Express“. Und so wird die Kölner Oper sicherlich auch im nächsten Jahr wieder Thema sein – an dieser Stelle.

Reinhard Lemelle



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