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Wolfgang Amadeus Mozart

Divertimento KV 563, Suite aus "Le nozze di Figaro"

Jan Vogler, Benjamin Schmid, Colin Jacobsen, Mira Wang, Antoine Tamestit, Tatjana Masurenko

Sony BMG 82876 76280-2
(64 Min., 8/2005) 1 CD

Es muss nicht immer ein riesiges Feuerwerk sein, um einen bedeutenden Jubilar wie Mozart knallbunt auszuleuchten. Manchmal kommt sogar mehr Partystimmung im kleinen Kammermusik-Kreis auf. Voraussetzung ist dabei aber ein Zeremonienmeister wie Jan Vogler, diesem Cello spielenden Pendant zu Gidon Kremer. Ob als Solist oder im Ensemble-Verbund - Vogler ist stets für Repertoire-Überraschungen gut, die er der breiten Öffentlichkeit oftmals zuerst bei dem von ihm geleiteten Moritzburg-Festival vorstellt. Und noch vor dem großen Mozart-Glockengeläut 2006 zückte er im letzten Jahr mit Mozarts Opern im kammermusikalischen Handtaschenformat gleich mehrere Trümpfe. Im Stile der im 18. Jahrhundert gängigen Harmoniemusiken hatte ein unbekannter Zeitgenosse auch die Greatest Hits von "Le nozze di Figaro" zu einer Suite für Streichquartett bearbeitet, die Vogler mit drei jungen, aber längst ausgeschlafenen Musikerfreunden weltersteingespielt hat. Da wird gleich in der "Ouvertüre" fulminant zur Attacke gestrichen, steckt in den schlagerähnlichen Duetten, Kavatinen und Arien ohne Worte eine Leichtigkeit im musikalischen Sein, an der selbst namhafte Dirigenten und Sänger oftmals gescheitert sind.
Dass Vogler & Co. diese kunstvoll arrangierten Appetithäppchen nicht etwa mit den schnell verdaulichen, frühen Divertimenti Mozarts, sondern mit dem späten Streichtrio-Divertimento Es-Dur KV 563 kombiniert haben, unterstreicht nur den Willen Mozarts, die Gegensätzlichkeit von "hoher" und "niedriger" Musik aufzulösen. Mit einer schier dramatisch aufwühlenden Intensität ließ er im Adagio Schubert erahnen, steckt im Andante schlichte Schönheit und ist das abschließende Allegro nur scheinbar friedvoll vordergründig. Mit Antoine Tamestit und Benjamin Schmid realisiert Vogler dieses vielgesichtige Werk nicht nur konturiert, um die strukturellen Zusammenhänge aufzudecken. Es ist auch dieser vollkommen uneitle, doch zugleich vorbildlich lebendige Interpretationsstil, mit dem die Musiker das kühne Konfliktpotenzial dieses Trios aufdecken. Das gehört schließlich auch dazu, wenn man Mozart feiern will.

Guido Fischer, 25.02.2006



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