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Gustav Mahler

Sinfonie Nr. 8

Alessandra Marc, Sharon Sweet, Elizabeth Norberg-Schulz, Vesselina Kasarova, Ning Liang, Ben Heppner, Sergej Leiferkus, René Pape, Chor des BR, Rundfunkchor Berlin, SWR Vokalensemble Stuttgart, Tölzer Knabenchor, Symphonieorchester des BR, Colin Davis

BMG Classics 82876 62834-2
(83 Min., 7/1996) 1 CD, SADC, Hybrid Multichannel, in Stereo auch auf CD-Spieler abspielbar

Sie wurde als "Sinfonie der Tausend" bezeichnet, weil bei der Münchner Uraufführung 1910 tatsächlich so viele Mitwirkende zu verzeichnen waren. Dennoch ist es bei weitem kein nur lärmendes Stück mit massivem Chorklang, sondern bietet, insbesondere im zweiten Teil, auf der Schluss-Szene des Goethe'schen Faust II basierend, lyrische, innige Passagen mit der Beteiligung einer Vielzahl von Gesangssolisten.
Mit vereinten ARD-Kräften (drei Rundfunkchöre und das Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks), außerdem den Tölzer Knaben, wurde dieses Mammut-Unternehmen bereits 1996 realisiert; der Konzertmitschnitt aus dem Münchner Gasteig erscheint aber erst jetzt, da mehrkanalige Aufnahmen in voller Studioqualität auf SACD gebannt werden können, auf dem neuen Medium.
Das transparente Klangbild passt hervorragend zur analytischen, eher sachlichen Interpretation durch den ehemaligen Chefdirigent des Orchesters, Colin Davis, und hervorragenden Solisten und Ensembles. Es gelingt eine überzeugende Interpretation, die über die souveräne Koordination und einen berauschenden Klang in den chorlastigen Passagen hinaus besonders deshalb überzeugt, weil sich der Dirigent zurecht darauf verlässt, dass die Pathetik bereits ausgiebig in der Partitur fixiert ist und im etwa einstündigen zweiten Teil nicht zusätzlich durch großes Zerdehnen lyrischer Passagen unterstützt werden muss.
Mahler-Sinfonien sind seit Einführung der Stereotechnik stets Maßstab für einen adäquaten Einsatz neuester technischer Entwicklungen gewesen und gerade die Mehrkanalwiedergabe kommt der 8. Sinfonie sehr entgegen. Diese erste Aufnahme des Werks in Surround-Sound präsentiert sich nicht nur klanglich und dynamisch, sondern zusätzlich in der Raumdimension hervorragend ausbalanciert. Eine voll überzeugende Einspielung des Monumentalwerks.

Peter Overbeck, 26.02.2005



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