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Joseph Haydn, Franz Schubert

Schöpfungsmesse, Magnificat D 486, Intende Voci D 963

Christiane Oelze, Elisabeth von Magnus, Herbert Lippert, Gerald Finley, Arnold Schoenberg Chor, Concentus Musicus Wien, Nikolaus Harnoncourt

Teldec/Warner Classics 6 3984-26094-2 5
(63 Min., 7/1999) 1 CD

n den wunderbaren Kirchen Wiens hört man sie nahezu allwöchentlich, die geistlichen Werke Joseph Haydns und Franz Schuberts. Im Konzertsaal indes erklingen sie nur selten und auch die Plattenindustrie hält sich zurück. Umso glücklicher mag sich der CD-Liebhaber jetzt schätzen, dass Nikolaus Harnoncourt Haydns großartige Schöpfungsmesse und Schuberts Magnificat in einer Live-Produktion festgehalten hat.
Haydns Frömmigkeit war einfach, direkt, volkstümlich und ebenso aufrichtig. Trotzdem wurde ihm zu große Weltlichkeit vorgeworfen. Der Gedanke an Gott mache ihn eben fröhlich, konterte er höchst hinterlistig. Auch Schuberts geistliche Werke waren umstritten. Er selbst war zwar von tiefer Frömmigkeit, doch seine letzten Geheimnisse vertraute er eher anderen Werken an. Seine geistlichen Werke galten den Kirchenhüter zumeist als unvollständiges Glaubensbekenntnis und wurden außerhalb Österreichs nicht in katholischen Kirchen gesungen.
Einen besseren Interpreten ihrer Musik als Nikolaus Harnoncourt hätten sich die beiden Komponisten nicht wünschen können. Harnoncourt besitzt alle Gaben auf einmal, die meist nur einzeln zugemessen werden: Er ist bis in die Fingerspitzen von Rhythmus, Klangsinn, Ausdruck und plastischer Akzentfreudigkeit beseelt. Und er setzt alle Fähigkeiten hier ein, sekundiert von vorzüglichen Solisten – darunter Christiane Oelze, Elisabeth von Magnus, Herbert Lippert, Gerald Finley – und dem bravourös musizierenden Concentus Musicus. Außerordentlich ist – wie fast immer – die Leistung des Arnold-Schönberg-Chores unter Erwin Ortner.

Teresa Pieschacón Raphael, 11.05.2000



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