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Task

Tilman Ehrhorn

Mille Plateaux/EFA
(75 Min.) 1 CD

Tilman Ehrhorn ist eigentlich ein gutes Beispiel für den Erfolg der hiesigen Jazzförderung. Zunächst reüssierte der 1972 geborene Saxofonist bei "Jugend musiziert", dann verblüffte er bei "Jugend jazzt" und landete schließlich im von Peter Herbolzheimer betreuten Bundesjazzorchester. Man lernt da, wie man sich als Profimusiker durchsetzt. Und das tat Ehrhorn auch. Als regelmäßiges Mitglied der NDR-Big Band stand er im Folgenden mit Größen wie Wayne Shorter, Martial Solal oder Albert Mangelsdorff zusammen auf einer Bühne.
Wer jetzt aber denkt, solch ein Lebenslauf führe unweigerlich in den virtuosen Mainstream, irrt gewaltig. Denn für seine Debüt-Platte hat Tilman Ehrhorn nicht nur sein Tenorsaxofon im Koffer gelassen, sondern auch gelassen alles über Bord geworfen, was Jung-Improvisatoren an den Akademien für gewöhnlich beigebracht wird. "Task" ist das Ergebnis einer zweijährigen Recherche. Wie ein Botaniker hat Ehrhorn mithilfe von Samplern und Synthesizer mikroskopisch kleine Sound-Fragmente aufgelesen, bearbeitet und in Form gebracht. Es sind lauter knisternde, flüsternde und brummende Puzzlesteine, die zusammengesetzt meditativ schwebende Organismen ergeben.
Ehrhorn hat dabei einen goldenen Mittelweg gefunden. Seine mit streng einsilbigen Namen versehenen Klang-Kompositionen verirren sich einerseits nie in der Kabelbruch-Anarchie der Clicks-&-Cuts-Beliebigkeit. Und beugen sich andererseits keiner der Formatvorgaben, mit denen Jazzer normalerweise an elektronische Musik heranzugehen pflegen. Die Stücke auf "Task" ziehen einfach nur seelenruhig pulsierend ihre Bahnen. Man hört ihnen gerne dabei zu. Weil es in diesem Parallelkosmos viel zu entdecken gibt.

Josef Engels, 21.02.2004



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