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Earfood

David Friedman, Trio Tambour

Skip/Sunny Moon SKP 9043
(60 Min., 2003) 1 CD

"Air Sculpture" nannte der Vibrafonist David Friedman sein 1994 veröffentlichtes Solo-Album und versprach damit nicht zuviel. Es liegt was in der Luft, wenn der in Berlin an der Universität der Künste lehrende Amerikaner die Schlegel schwingt: ein sanftes Trommelfell-Kitzeln, ein Nachhall der Gary-Burton-Tradition, ein zart vibrierender Sinn für Humor und musikalisch ausgeschlafene Konzepte. All das findet sich nun auch auf "Earfood", dem delikaten Erstling des von Friedman ins Leben gerufenen Trios Tambour.
"Tambour" heißt eigentlich Trommler oder Trommel, und es ist eine hübsche Ironie, dass sich Friedmans Dreierbund ausgerechnet durch das Fehlen eines Schlagzeugers auszeichnet. Wozu auch? Der kurze Hidden Track, den das Trio nicht ans Ende der Platte, sondern mittendrin versteckt hat, zeigt es deutlich: Da schlägt Pepe Berns auf dem Korpus seines Kontrabasses einen lustigen Conga-Rhythmus, lässt Tenorsaxofonist Peter Weniger perkussiv die Ventilklappen klackern, und Friedman spielt dazu einen nervös synkopierten Vibrafon-Groove. Da braucht’s keinen Drummer mehr.
Der würde ohnehin auch nur stören bei den filigranen Klangkunstwerken, die Tambour mit neun formvollendeten Stücken in die Welt setzt. Saiten, Klangplatten und Messingröhre ergänzen sich gegenseitig, wenn es darum geht, vergrübelte Bossas, terroristische Tangos oder Beethovens "Jüngling" in nahrhaften Kammerjazz zu verwandeln. Auch das mal wieder: eine Skulptur aus Luft und Tönen.

Josef Engels, 24.04.2004



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