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Franz Schubert

Mayrhofer-Lieder, Vol. 2

Christiane Iven, Burkhard Kehring

Naxos 8.55 4739
(60 Min., 5/2002) 1 CD

Schubert hat für seine Lieder weit über 100 verschiedene Dichter vertont, darunter auch die seines Freundes und Zimmergenossen Johann Mayrhofer, dessen Texte nicht nur für 47 Lieder, sondern auch für größere Kompositionen wie die Fragment gebliebene Oper “Adrast” (D137) als Grundlage dienten. Einer Auswahl an Mayrhof-Liedern ist diese Aufnahme gewidmet.
Der Zugang zu den feinen Texten, die sich über weite Strecken mit der klassischen Antike und der Sehnsucht nach geistiger Freiheit beschäftigen, scheint zunächst durch Bildungsgestrüpp verstellt, und der Inhalt teilt sich nicht unmittelbar mit. Aber die Mühe lohnt sich: Mayrhofer, der gefürchtete Zensor, entpuppt sich als temperamentvoller Anhänger liberaler und demokratischer Ideen, der in der griechischen Thematik die Verwirklichung der hehren humanistischen Ideale sucht. Und es ist bezeichnend, dass Mayrhofer großen Einfluss auf die Kompositionen Schuberts hatte, die wiederum Mayrhofer inspirierten.
Christiane Ivens gestaltet mit ihrem warmen Mezzo die balladenartigen Lieder ebenso dramatisch-intensiv wie fein-zerbrechlich. Die Artikulation, die keine Wünsche übrig lässt, ist klar und klug. Die lebendige und sensible Widergabe findet in Burkhard Kehring, der einfühlsam und filigran am Klavier begleitet, einen ebenbürtigen Partner.

Karin Dietrich, 07.06.2003



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