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Jean-Philippe Rameau

Zoroastre

Mark Padmore, Nathan Berg, Gaëlle Méchaly u.a., Les Arts Florissants, William Christie

Erato/Warner 09274 3182-2
(162 Min., 8/2001, 9/2001) 3 CDs

Ein schöneres Abschiedsgeschenk hätte zumindest William Christie sich selber nicht machen können, als er kurz nach der Aufnahme von seinem langjährigen Label vor die Tür gesetzt wurde. Und was der amerikanische Medien-Riese Warner damit für einen Bock geschossen hat, belegt Christie mit seinem erneuten Einsatz für das Opernschaffen von Jean-Philippe Rameau mit jeder Note. Denn wie bereits bei seinen zahllosen Pioniertaten, als Christie die als formalistisch streng und blutleer geltende Tragédie lyrique des französischen Barock revitalisierte und rehabilitierte, ist die Oper "Zoroastre" eine Quelle für alle, die sich an edlen Arien-Künsten und furiosen Orchester-Attacken nicht satt hören können.
Obwohl Rameau diesmal nicht auf ein Antikendrama zurückgriff, hat das dem 1749 uraufgeführten Werk und seiner jetzt eingespielten Fassung von 1756 jedenfalls nicht geschadet. Trotz des orientalischen Stoffes um den Licht-Gott Zoroastre und seinen Widersacher, der Magier Abramane, sind die Erlebniswelten nicht alla Turca, sondern ganz nach französischem Gusto. Mit federleichter Delikatesse schmiegen sich Liebende aneinander, schlägt der Chor Funken und entlockt Christie den Instrumenten rhythmisches Drängen, Gewitterleuchten und intime Sarabande-Stimmungen. Und vor allem ist Christie nicht nur der kultivierteste unter den Originalklang-Experten geblieben; leben, beben und atmen Les Arts Florissants. Christies Gespür für junge, aufstrebende Barock-Stimmen hat sich hier einmal mehr ausgezahlt.

Guido Fischer, 29.03.2003



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