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African Tarantella. Dances With Duke

Stefon Harris

Blue Note/EMI
(54 Min., 8/2005) 1 CD

Schon mit der Vorgänger-CD "The Grand Unification Theory" konnte Stefon Harris beweisen, dass er nicht nur ein großartiger Vibrafonist, sondern auch ein begnadeter Komponist und Arrangeur ist. An Selbstbewusstsein mangelt es dem 32-Jährigen offenbar nicht. Nachdem er auf "The Grand Unification Theory" den Urknall und den ganzen Rest verhandelt hatte, wagt er sich nun gewissermaßen direkt an Gott heran – wenn man denn Duke Ellington so bezeichnen will.
Es ist wirklich beeindruckend, wie sich Harris den Ellingtonspätwerken "The New Orleans Suite" (entstanden 1970) und der "Queen’s Suite" (1959 geschrieben) annähert. Anstelle einer handelsüblichen Big Band beschäftigt der Vibrafonist ein ungewöhnlich besetztes Kammerjazzensemble. Ein Pianotrio dient als Grundlage, darüber schichten sich filigran die Stimmen von Posaune, Flöte, Klarinette, Bratsche und Cello. Obwohl Harris bei seinen Bearbeitungen eine moderne Ton- und Rhythmussprache pflegt, bleibt noch genügend vom alten Ellingtongeist erhalten. Steve Turres growlende Posaune weckt die Erinnerung an die alten Dschungelsounds, der nervöse Achtelbass in "Portrait of Wellman Braud" lässt sich als Reverenz an den großen Dukeverehrer Charles Mingus verstehen. Es ist bewundernswert, mit wie viel Originalität, Verstand und Liebe Ellington hier aktualisiert wird. Harris’ Exzerpte aus seiner eigenen Suite "The Gardner Meditations", die die Aufnahme beschließen, zeigen schließlich aufs Schönste, dass der Duke einen würdigen Nachfolger in der aktuellen Jazzszene gefunden hat.

Josef Engels, 26.01.2007



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